Die Felsenstadt Petra: Die Perle von Jordanien

Die Felsenstadt Petra: Die Perle von Jordanien

Sehnsucht nach Petra: Wenn ein Reisetraum in Erfüllung geht.

Einige haben sie explizit, andere, so wie ich, eher implizit: eine Bucket List. Was sollte man getan haben, bevor man in die ewigen Jagdgründe eingeht. Nun, das sagenumwobene Petra gehörte da für mich immer dazu. Denn, eines ist unzweifelhaft, Petra ist eine Weltsensation, etwas das man gesehen haben MUSS.

Zur Erreichung des „Teilziels Petra“ war ich auch gar nicht so untätig bisher. Als passionierter Taucher mit dem nahe gelegenen roten Meer als Basis, kann man sich auch gut nach Sharm el Sheikh am Sinai verirren, was ja nicht mehr so weit weg ist von Petra. Dementsprechend werden dort auch Ausflüge nach Petra angeboten.

Von Ägypten nach Petra in Jordanien

Ein Ausflug von Ägypten nach Petra ist zwar ziemlich kräftezehrend und mühsam, aber immerhin wäre es möglich Schönes mit Sensationellem zu verbinden. Dafür muss man aber schon mal lange Busfahrten und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Beim ersten Trip nach Sharm el Sheikh hatte ich mich auch nach einem Ausflug nach Petra in Jordanien erkundigt. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Rückkehr aus Petra nur eine Stunde vor meinem Rückflug geplant war. Das schien mir schon arg anstrengend und viel zu knapp.

Bräuchten nur längere Wartezeiten an der Grenze sein, verpasst du deinen Flug und hast dann riesige Scherereien. Das schien es mir nicht wert zu sein. Die Möglichkeit Petra zu sehen kommt sicher wieder mal. Genau so war es auch, schon ein Jahr später war ich wieder da. Sofort alles organisiert um auf Nummer sicher zu gehen, um diesmal auch tatsächlich nach Petra zu kommen.

Von Sharm el Sheikh nach Petra

Die Felsenstadt Petra – zum Greifen nah.

Mittwoch auf Donnerstag Nacht würde Abfahrt sein, jede Menge Zeit bis zum Abflug am Samstag, da konnte diesmal nichts schief gehen. Ein günstiges Angebot war es außerdem. Voller Vorfreude, bekam ich völlig unerwartet ab Mittwoch Vormittag ein sehr skurriles Schauspiel live zu Gesicht, das man so auch nur sehr selten erlebt.

Ab dem späten Vormittag kam Unruhe im Hotel auf. Leute redeten aufgeschreckt miteinander und schienen recht nervös zu sein. Irgendwann verdichtet sich sogar beim entspanntesten Abhängen am Pool so eine Ahnung. Das da wohl was im Busch sein müsse.

Gäste im Aufruhr: Reisewarnung für Ägypten

Also mal nachfragen, bei denen die da tuscheln. Und tatsächlich: „Ob ich es denn noch nicht wüßte, ein Anschlag, gleich in der Nähe irgendwo!“ Nein, wusste ich nicht, machte mir aber auch nicht so viel draus. Die sicherste Region ist der Sinai schon länger nicht mehr, kann schon mal vorkommen dort. Reisewarnungen für den Nordsinai gab es da auch schon einige Zeit.

Nun denn, wieder zurück am Pool wurde die Lage den ganzen Tag über immer hektischer und die Leute immer nervöser. Bis am späteren Nachmittag Massen von Menschen in der Lobby zusammenstanden. Gerüchte machten die Runde, die Deutschen sollten noch heute ausgeflogen werden. Danach kam auch Marschbefehl für die Schweizer und Niederländer. Wenig später auch für die Österreicher. Alle Österreicher hätten bis Samstag den Sinai zu verlassen. Gut, der Flug ging ohnehin am Samstag, also was soll’s?

Weiterer Hinweis: Reisewarnung und bitte im Hotel bleiben. Man könne zwar hinaus, aber möge es wenn möglich, bitte vermeiden. Die Briten und Russen im Hotel schwankten zwischen Erstaunen über die Hektik und Fragen ob sie jetzt hier ihrem Schicksal überlassen werden ohne das ihre Regierung was unternehme.

Bei so etwas mal dabei gewesen zu sein, war schon sehr lehrreich. Panikmodus pur! Über nur einen Nachmittag verteilt kamen mir die verrücktesten Geschichten zu Ohren was nicht alles in die Luft geflogen wäre und wo es Chaos gäbe. Niemand wusste etwas, dafür das aber ganz genau. Sehr undurchsichtige und bisweilen skurrile Situation.

Und wieder klappt es nicht mit Petra & mir

Wie auch immer, eine Reise mit dem Bus bis zum ägyptisch-israelisch-jordanischen Grenzgebiet schien mir jetzt schon sehr gewagt, auch wenn ich kein ängstlicher Mensch bin. Jedoch Reisewarnung und der Appell im Hotel zu bleiben, da wird wohl keine Versicherung mitspielen, falls tatsächlich etwas passieren sollte.

Auch wenn man abenteuerlustig ist, muss man sein Glück nicht herausfordern.

Schweren Herzens musste ich den Reiseveranstalter kontaktieren und die geplante Abfahrt nach Petra, absagen. Die Ägypter in der Agentur konnten die Aufregung übrigens überhaupt nicht nachvollziehen, „alles so wie immer“ der einhellige Tenor. Wie auch immer, verflixt und zugenäht, auch diesmal wieder nix mit Petra. Sehr, sehr ärgerlich. Zweimal nun schon probiert und zwei Mal nichts geworden. Wie verhext das Ganze.

Als ich dann von Melanie erfuhr, ich könnte für Urlaubsgeschichten nach Jordanien reisen, Petra würde auch dabei sein, war für mich sofort klar: Das musst du machen, endlich ist es so weit, diesmal wird hier nichts mehr schief gehen! Kleine Ungewissheiten kamen schließlich noch auf als ich anderen vom Vorhaben, nach Jordanien zu reisen, erzählte.

Dorthin? In diese Region? In dieses Land? Ist doch überall Krieg und gefährlich und so. Nachdem ich schon ein paar Mal im arabischen Raum war, war mir das zwar nicht ganz verständlich, jedoch nachvollziehbar war es irgendwie auch, teilt Jordanien doch die Grenzen zu Syrien, dem Irak und Israel.

Jedenfalls ist Jordanien ein sicheres Land, auch wenn das rundherum schon weniger der Fall ist.

Petra: Ein Musiker

Alle guten Dinge sind 3:
Es geht nach Jordanien – endlich werde ich Petra sehen!

In der Hauptstadt Jordaniens, Amman angekommen, wurden wir auch bald informiert, dass schon am nächsten Tag der Trip nach Petra am Programm stünde. Umso besser, dann würde ich diesmal Petra tatsächlich sehen, wenn auch alles andere schief gehen sollte, Petra wohl nicht mehr, so nahe wie ich jetzt schon bin.

Früh am Morgen starteten wir Richtung Petra, ist von Amman immerhin einige Stunden Autofahrt, da die Felsenstadt Petra im Südwesten Jordaniens liegt. Die Landschaft zieht dabei an einem vorbei, wüst, öd und leer. Sehr flach und bis zum Horizont Wüste, durchbrochen durch einzelne Häuser entlang der Autobahn.

Kurz vor Petra kommt man schließlich von der flachen Wüste in das Bergland von Edom, recht bizarre Felsformationen mit nur wenig Vegetation. Mitten in den Bergen liegt die Stadt Petra, daneben das historische Petra. Petra war die Hauptstadt des rätselhaften Volks der Nabatäer, über die nicht viel bekannt ist, da sie nur wenig Schriftstücke hinterließen und man daher auf antike Quellen angewiesen ist, welche die Nabatäer erwähnen.

Edom Berge

 

Die Nabatäer sind ca. um 500 v.Chr. in die Gegend rund um Petra gekommen und blieben dort für ca. 800 Jahre. Die günstige Lage der Stadt, am Kreuzungspunkt von Karawanenwegen verhalfen dem Volk zu Wohlstand, geschützt war die Stadt durch die rundum liegenden Berge und der Schlucht als Zugang, die leicht zu kontrollieren war. Zudem war die Stadt mit reichlich Wasser versorgt, in der Gegend eine Seltenheit. Die Nabatäer schlugen Wasserwege in die Wände der Schlucht, sogar ein Sicherheitstunnel wurde angelegt um zu viel Wasser bei Regenfällen von der Schlucht wegzuleiten, das andernfalls die Stadt wohl wehrlos überschwemmt hätte. Nachdem die Nabatäer nach Christi Geburt den Höhepunkt ihrer Macht erreichten, wurden sie von den Römern im Jahre 106 besiegt und auf einen Vasallenstatus herabgesetzt. Die Stadt bestand zwar weiter, der Höhepunkt war jedoch überschritten.

Nach einem Erdbeben und der Eroberung der Araber im Jahre 663 verfiel die Felsenstadt Petra und wurde schließlich vergessen. Nomadenstämme bewohnten teilweise die verlassene Stadt, was sich bis in die 1970er Jahre (!) nicht änderte.

Wiederentdeckt wurde die sagenumwobene Stadt zwar schon 1812 durch den Schweizer Forscher Jean Burckhardt, weitere Grabungen erfolgten dort beginnend mit dem 20. Jahrhundert, bis schließlich die Regierung in den 70ern und 80ern die verbliebenen Nomaden umsiedeln ließ und dort den Tourismus forcierte. Die Felsenstadt Petra wurde so zu einer der meistbesuchtesten touristischen Orte im Nahen Osten und weltbekannt. Nicht zuletzt auch durch eine Szene im dritten Teil des der Indiana-Jones Trilogie.

Petra: Eine Weltsensation der Superlative

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Endlich in Petra angekommen geht es über einen Schotterweg zum Eingang des Siq (zu deutsch: „Schacht“), eine etwa 1,5 km lange und bis zu 70 m breite Felsschlucht, die in leichten Mäandern bis zum eigentlichen antiken Petra führt. Am Ende ist die Schlucht gar nur mehr 2 Meter breit, was den spektakulären Charakter dieses UNESCO-Weltkulturerbes noch unterstreicht. Danach weitet sich das Tal zu einem Platz und man steht vor dem Khazne al-Firaun, dem Schatzhaus, dem mit Abstand bekanntesten Gebäude Petras. Aus dem blanken Felsen herausgehauen, 40 Meter hoch, 25 Meter breit, schon ein wenig verwittert, aber wunderschön.

„Nicht nur schön, sondern imposant, einzigartig, gewaltig, gigantisch – schlicht eine Weltsensation.“

Durch eine enge Schlucht geht es weiter zum riesigen römischen Theater. Hier weitet sich das Tal schließlich. Hoch über dem Boden erheben sich, nördlich des Theaters, die monumentalen Königsgräber, die in die Felswand hineingeschlagen wurden. Am Ende dieser Felswand biegt man ab in die ehemalige Hauptstraße des antiken Petras mit ihrer Säulenstraße. Das ist auch mehr oder minder das einzige, was von der ehemaligen Stadt mit vermutlich bis zu 40.000 Einwohnern noch zu sehen ist, der Rest ist längst zu Staub zerfallen.

Wer möchte kann sich am Ende des Tals über einen Bergpfad noch auf den schweißtreibenden Weg zum Kloster Ad-Deir machen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Wem das Ganze zu Fuss zu anstrengend ist, der kann sich auch mit Kutsche, Esel oder Pferd von den Einheimischen transportieren lassen. Allerdings nicht zu geringen Kosten, je nach Verhandlungsgeschick.

Die Hitze ist erbarmungslos: Wasser, Wasser, Wasser!

Am Ende des Tals warten einige Gebäude sowie eine Gaststätte, in der man sich erfrischen und essen kann. Dringend nötig wie alle fanden, besonders bei der erbarmungslosen Hitze und der Strecke die man bei knallender Sonne zurücklegen muss. Bei Hitze muss man unbedingt gut vorbereitet und mit ausreichend Wasser ausgestattet sein, ansonsten wird der Trip zur Tortur.

Little Petra

Unweit von Petra findet sich eine weitere Hinterlassenschaft der Nabatäer: as-Sīq al-Bārid ‚(deutsch: „der kalte Schacht“), oder besser bekannt als „little Petra“. Historisch noch vor dem bekannten Petra erbaut, war little Petra ein wichtiger Warenumschlagsplatz und Vorgänger von Petra. Petra nicht unähnlich geht es hier in felsiger Umgebung durch einen extrem engen Eingang in eine enge Schlucht mit Höhlen links und rechts der Schlucht. Überall sind Treppen in die Höhe, Nischen und Höhlen. Nicht so imposant und groß wie Petra, jedoch ebenfalls sehr eindrucksvoll.

Kosten für den Eintritt in die Felsenstadt Petra

Der Eintritt für Petra kostet 50 JD, also 63 Euro (Okt. 2015) für ein Tagesticket. Mehrtagestickets sind nicht mehr viel teurer, sollte man sich also überlegen.

TOP-TIPP: Übernachten in Petra!

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Vielleicht kann man den Besuch von Petra während seiner Jordanien Reise auch so legen, dass man bei Nacht dort ist. Die spektakuläre Atmosphäre die „Petra by night“ ausstrahlt, begeistert jeden Montag, Dienstag und Donnerstag seine Gäste. Den Fotos nach zu Urteilen, ein ganz besonderes Erlebnis.

Tipp: Petra Kitchen!

In der Stadt Petra gibt es etwas sehr empfehlenswertes, das wir nach einem anstrengenden Tag in Petra noch vollbracht hatten: Petra Kitchen! Petra was?

Petra Kitchen

Hier kann man unter fachkundiger Anleitung arabische Küche selbst zubereiten. Was anfangs nach einem anstrengendem Tag nach viel Arbeit aussah, wurde bald zum Spaß für alle, zu einem Highlight an das man sich gerne zurück erinnert.

Auf petrakitchen.com kann man diese cooking classes buchen und sich dabei selbst bekochen. Ein Video dazu gibt es von Globeastronaut Viktoria wo man auch tolle Rezepte findet. Auch auf Tripadvisor gehört der Kochkurs zu den beliebten Aktivitäten während einer Jordanien Reise.

Ihr seht schon, was lange währt wird endlich gut. Beim dritten Anlauf hat es mit Petra und mir nun doch endlich geklappt. Und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt. Dank der Einladung vom Jordan Tourism Board konnte ich nun tief in die faszinierende Stadt Petra eintauchen. DANKE!

Weitere Reiseberichte aus Petra und Jordanien:

  • Piet von Wetraveltheworld bringt es auf den Punkt: „Wenn man keine Ahnung hat … einfach mal hinfahren. Denn in Jordanien ist seit 30 Jahren Frieden, und das Land ist so voller sehenswürdiger, erlebenswürdiger Dinge, dass man aus dem Staunen kaum heraus kommt.“
  • „Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, es war sogar um Welten besser sagt Globeastronaut
  • „Jordanien ist ein gutes Beispiel für andere Staaten des Mittlerer Osten, wie man durch die Kombination von modernem Lifestyle und der Pflege alter Traditionen Touristen aus aller Welt anziehen kann.“ meint Maria von Bestofvienna.
  • „Eine Gesellschaft zwischen Moderne und arabischer Tradition. Ein spannendes Reiseland, dessen Eindrücke mich nachhaltig bewegen. Ein Land, das es schafft, inmitten einer von Krisen und Kriegen bedrohten Region den Frieden zu wahren.“ fasst Patotra die Faszination Jordanien zusammen.

Petra ist absolut eine Reise wert, ein beeindruckendes Erlebnis.

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