Urlaub am Toten Meer

Urlaub am Toten Meer in Jordanien

[Gastbeitrag] Das Tote Meer ist in Wahrheit ein See. Nichtsdestotrotz tot. Sehr tot sogar. Falls es da Steigerungsformen gibt. Der Salzgehalt von bis zu 33 % verhindert das Leben mit wenigen Ausnahmen, die auch an so extremen Ort noch überleben können, wie einige Mikroorganismen. Wasserableitungen lassen den Wasserspiegel immer weiter sinken, ohnehin ist es jetzt schon der tiefste Punkt der Erde mit 430 Meter unter dem Meeresspiegel. Beeindruckend tief. Wie ist es also Urlaub am Toten Meer zu machen? Das erzähle ich euch heute.

Totes Meer: Tiefer geht’s nicht mehr!

Urlaub am Toten Meer ist heiß!

Über dem toten Meer liegt meist eine Dunstglocke, die niedrige Seehöhe verhindert angeblich Sonnenbrand aufgrund der geringeren UV-Einstrahlung und der dauernden Dunstglocke. Naja, einschmieren schadet trotzdem nicht, zumal es von „heiß“ im restlichen Jordanien auf jetzt „sehr heiß“ geschaltet hat. Um die 40 Grad dürften es gewesen sein. Zumindest dann mit dem toten Meer als Abkühlung, aber denkste, die Wassertemperatur dürfte wohl jenseits der 30 Grad gelegen haben. Von Abkühlung also keine Spur. Als ich letztes Mal am toten Meer war, auf israelischer Seite, das war im Februar und wesentlich kühler. Aber im Sommer ist das kein Wunder.

Die Götter und das Meer
Zeitung lesen im Toten Meer
Totes Meer von oben

Trotzdem ist es natürlich wieder sehr spannend auch wegen der üblichen Späße wie Zeitunglesen im Wasser. An schwimmen oder gar tauchen ist nicht zu denken, das lässt der große Auftrieb nicht zu. Trotzdem sollte man Acht geben. Immer wieder verlieren manche die Balance und schlucken größere Mengen des Salzwassers, was nicht gerade gesund ist. Daneben kann man sich mit schwarzem Schlamm einschmieren, der neben dem Wasser selbst, sehr gesund sein soll. Ein wenig Abkühlung gibt es dann am Pool, ein Hochgenuss bei der Hitze.

Da der Trip zum Wadi Mujeeb leider ausgefallen war, lagerten wir einen Tag lang im Crown Plaza direkt am Toten Meer. Soll einem nichts schlechteres passieren.

Strand Hotel Crown Plaza Dead Sea
Pool

Bethanien, hier wurde Jesus getauft

Wenn du Urlaub am Toten Meer machst, gibt es viel zu entdecken. Am Tag darauf führt uns unsere Jordanien Rundreise zum nicht weit entfernten Bethanien, der angeblichen Taufstelle von Jesus am Jordan. Nun ist das direktes Grenzgebiet. Auf der einen Seite befindet sich das von Israel besetzte Westjordanland, und auf der anderen Seite Jordanien. An dieser Stelle mäandriert der Jordan recht stark, und es gibt so viele Seitenarme, die eine genaue Bestimmung der angeblichen Taufstelle naturgemäß sehr schwierig macht.

Wie dem auch sei, beide Länder behaupten, die Taufstelle von Jesus Christus sei auf ihrer Seite. Warum auch nicht. Genau wissen wir es nicht und den Touristen ist es meist egal. Die mehrheitlich religiös motivierten Touristen geraten über die Vorstellung der Taufe so oder so in regelrechte Verzückung. Besonders gut ist diese Verzückung auf israelischer Seite zu beobachten. Hier hat man gleich einen Schrein zur Verehrung errichtet, in dem man mit voller Hingabe der Entrückung frönen kann. Wem’s gefällt – interessant ist es allemal.

Baptism

Mount Nebu und Madaba

Auf der weiteren Fahrt zum Toten Meer machen wir Stopp in Madaba zum Essen. Im Restaurant bestellen wir alle wieder mal Leimun Benena, ein herrlich erfrischendes Getränk.

Leimun Benena
Leimun Benena
Lunch

Zu besichtigen gibt es hier die St.-Georgs-Kirche, die angeblich eine Reliquie von Johannes dem Täufer beherbergt, sowie ein Mosaik aus dem 6. Jahrhundert nach Christus.

Das Madaba-Mosaik ist die älteste erhaltene kartografische Darstellung des heiligen Landes, inklusive einer detaillierten Darstellung Jerusalems. Weiters ist das Mosaik von herausragender Bedeutung, da es das erste kartographische Mosaik der Geschichte ist, das für die Auswertung geographischer Angaben in der Bibel von Bedeutung war.

Weiter geht es nun zum Mount Nebo, von wo aus man einen tollen Blick auf das Jordantal, das Tote Meer und Israel hat. Hier soll der Legende zufolge Moses erstmal das „gelobte“ Land gesehen haben. Dort soll er der Bibel zufolge auch verstorben sein. Seit dem Jahre 393 steht an dieser Stelle eine Kirche.

Die heißen Quellen von Ma‘In

Östlich des Toten Meers gelegen, inmitten der unwirtlichen Wüstenlandschaft, liegt eingebettet in die steile Felswände, links und rechts des engen Tals eine Oase, genannt Ma’in. Viele suchen gerne die hyperthermalen Wasserfälle auf, um das mineralhaltige Wasser zu genießen, welches gut für die Gesundheit ist. Mitten in der Oase steht das Hotel Evason Ma’In Hot Springs & Six Senses Spa, in dem wir eine Nacht verbrachten.

Ma'In Tal
Ma’In Tal

Highlight dort sind die Hammamat Ma’in, die heißen Quellen von Ma’in, ein ganz besonderes Erlebnis an einem ganz besonderen Ort. Gerade bei so heißem Wetter, wie wir es im September hatten, sind die heißen Quellen eine Herausforderung. Anders als gedacht war es jedoch sehr angenehm, denn heiß sind sie immer, gleich wie gerade die Umgebungstemperatur ist.

Bonus: nach der Dusche unter den heißen Quellen kommen einem 35 Grad Hitze wieder kühl vor. Gerade noch sichtbar am Ende der Schlucht das tote Meer in einiger Entfernung. In vergangen Zeiten rann noch mehr Wasser die Felswände herab, wie man am Fels sehen kann, was dem Ganzen einen noch bombastischeren Eindruck verliehen haben muss. Es müssen geradezu riesige Vorhänge aus heißem Wasser gewesen sein.

Jordanien Highlights im Überblick

Weitere Highlights meiner Jordanien Reise und viele Tipps, was du dir während deinem Urlaub in Jordanien ansehen solltest, kannst du in folgenden Beiträgen nachlesen.

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