Kräuterwanderung Tal der Almen

Nachhaltiger Tourismus: Wie geht’s dir damit?

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde und kommt auch am Thema Reisen nicht vorbei. Ich finde, dass nachhaltiger Tourismus ein schwieriges Thema ist, vor allem weil man oft glaubt, dass für Nachhaltigkeit ein höherer Preis bezahlt werden muss. Doch ob das wirklich so ist, das weiß ich ehrlich gesagt nicht einmal. Aber zahlt man nicht gerne einen höheren Preis für Design, Ausstattung und eben auch für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen? Eben. Wie immer eine Entscheidung des persönlichen Lifestyles.

Nachhaltiger Tourismus: Der Weg ist der Übeltäter – oder doch nicht?

Oft werden Flugreisen mit hohem CO2 Ausstoss als DER große Übeltäter in Bezug auf nachhaltigen Tourismus genannt. Klar, das stimmt schon. Aber geht es beim nachhaltig Reisen nicht auch um die Frage, wie ich in der jeweiligen Destination den Urlaub verbringe. Bei wem ich die Ausflüge buche, wo und was ich esse, wer am Ende der Wertschöpfungskette als Gewinner aus Angebot und Nachfrage herausgeht. Das sind nur allzu oft die großen Reiseveranstalter. Für den eigentlichen Dienstleister bleibt da oft wenig übrig. Schauen wir uns mal an, wie Nachhaltiger Tourismus vom Deutschen Forum “Umwelt & Entwicklung” definiert wird:

„Nachhaltiger Tourismus muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, in Bezug auf heutige wie zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig.“

In dieser Definition ist für jeden ein Teil dabei auf dem er künftig beim Reisen achten kann. Schritt-für-Schritt. Für mich habe ich in den letzten Jahren, und daran ist das Bloggen nicht ganz unschuldig, meine Heimat Österreich wieder viel mehr schätzen gelernt. Sowohl die geringe Entfernung zum jeweiligen Reiseziel, als auch die tollen Hotels in Kärnten oder Tirol, lassen mich endlich wieder verstehen – was Gäste aus aller Welt an einem Urlaub in Österreich schätzen. Und besonders der bewusste Umgang mit der Natur, das in Österreich relativ gerechte Lohnsystem (darüber lässt sich bestimmt streiten), das Näherbringen der regionalen Traditionen und der Kultur sowie die Top-Küche in Bioqualität tragen dazu bei, das meine Heimat Österreich wieder zu einem meiner liebsten Urlaubsländer geworden ist.

Es ist nicht immer einfach auf nachhaltigen Tourismus zu achten

Bei der Hotelwahl im Alpenraum fällt es mir leichter auf Nachhaltigkeit zu achten, weil die Kostenkomponente “Flug” wegfällt. Hinzu kommt, dass ich bei uns schon immer am liebsten Urlaub auf dem Bauernhof gemacht habe. Warum? Ich hab vor vielen, vielen Jahren beim Tourismusverband in Fuschl gearbeitet – die Zimmer auf den Bauernhöfen waren für mich immer die schönsten – mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber ich fliege jetzt zum Beispiel über die Feiertage in die Karibik, das kostet im Ganzen schon so viel, dass ich ehrlich sage, “Okay – das gönn ich mir alle paar Jahre mal”. Und da wird’s den meisten ähnlich gehen. Ich gehör nun mal nicht zu den Leuten, die nach Bausteinen reisen und die Reise lange im Vorhinein planen, sondern eher zum Typ “Last Minute” – schauen wir mal, was sich mit dem Budget in diesem Jahr ausgeht. Aber bewusst ist mir das Thema auf alle Fälle geworden. Und jeder handelt nach seinen Möglichkeiten.

Bioqualität in der Küche ist mir wichtig

Bioqualität bei den in der Küche verwendeten Lebensmittel ist mir wichtig. Ich möchten sehen wo die Produkte herkommen, wo ihr natürlicher Lebensraum ist. Und sind wir nicht alle überglücklich, wenn wir abends den Geschmack der Urlaubsregion auf dem Teller schmecken.

Schön, dass ich das noch aus meiner Kindheit kenne

Wir sind mit “Milibitschn” (Milchkanne) Milch holen zum Bauern gegangen, beziehen unser Fleisch immer noch direkt vom Bauern und haben ein gutes Angebot auf den regionalen Märkten. Dort können wir direkt beim Erzeuger, den Bauern, einzukaufen. Mein Vater war Metzger und arbeitet immer noch das Wildbret seiner Jäger-Brüder auf. Und Tim Mälzer hat schon mal gesagt: “Mehr BIO als beim Wild kannst du nicht bekommen”. Da stimme ich ihm vollkommen zu.

Künftig einfach ein bisschen bewusster Reisen

Doch es ist wichtig, dass wir nicht vergessen, dass jeder Schritt, den wir im Urlaub machen Spuren hinterlässt. Positive Spuren bei den Menschen, denen wir begegnen. Aber auch wirtschaftliche Spuren. Werden die Menschen gerecht bezahlt, sodass sie ihre Familien durchbringen können? Werden die natürlichen Ressourcen des Landes geschont? Was kommt auf den Tisch? Aber man muss auch die Seite der Hotels verstehen, nicht jeder Betrieb kann es sich leisten von heute auf morgen auf 100% Nachhaltigkeit umzurüsten. Denn auch sie müssen wirtschaftlich arbeiten. Denn es werden im Tourismus viele Arbeitsplätze geschaffen – und am Ende des Tages muss es für beide Seiten stimmen. Ich halte wenig von Zertifizierungen, aber “sehe” jede, auch noch so kleine Bemühung als einen sehr positiven Trend an. Schön, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2017 zum “Internationalen Jahr des Nachhaltigen Tourismus” erklärt haben.

Und das Schöne ist ja: Das Interesse an den Nachhaltigkeitsbestrebungen eines jeden Landes erzeugt bei der Bevölkerung Stolz, was wiederum super für den Selbstwert der eigenen Heimat ist.