Mit Diabetes auf Reisen. Was müssen Diabetiker beim Verreisen beachten?

Mit Diabetes auf Reisen. Was müssen Diabetiker beim Verreisen beachten?

Diabetes – eine Volkskrankheit. Auch ich habe mit erhöhtem Blutzucker zu kämpfen. Deshalb möchte ich mich einmal mit diesem Thema Diabetes auf Reisen auseinandersetzen. Umgangssprachlich wird bei Diabetes auch von „Zuckerkrankheit“ gesprochen, weil es eine Störung des Zuckerstoffwechsels ist. Wer an Diabetes leidet, ist nicht selten in zahlreichen Situationen des Lebens eingeschränkt – das Reisen muss aber nicht dazu gehören, wenn man einige Dinge beachtet.

Was ist Diabetes überhaupt, und wie weit ist diese Erkrankung verbreitet?

Es gibt mehrere Diabetes Typen, einer davon ist der Typ 2 Diabetes (Diabetes mellitus). Das wichtigste Symptom bei Diabetes mellitus ist der erhöhte Blutzuckerspiegel. Dies wird auch als Hyperglykämie bezeichnet. Bei einer gesunden Person liegen die nüchternen Werte zwischen etwa 65 bis 100 Milligramm pro Deziliter, während der Blutzuckerwert bei einer an Diabetes erkrankten Person über 125 Milligramm pro Deziliter liegt. Die Ursachen von Diabetes liegen meistens im Lebensstil begründet – vor allem eine ungesunde, zuckerreiche Ernährung soll diese Erkrankung verursachen. Wer es sich also über eine zu lange Zeit zu gut gehen lässt, nicht voll der Bewegungsjunkie ist und dann auch noch erblich vorbelastet ist – so wie ich, läuft Gefahr früher oder später an Diabetes zu erkranken. Immer häufiger wird Diabetes mellitus auch bei Kindern diagnostiziert. In Österreich leiden insgesamt zwischen circa 600.000 und 700.000 Menschen an Diabetes, allerdings ist die Tendenz steigend.

Diabetes und was jetzt? Darf ich jetzt nicht mehr reisen?

Für mich war es ein ziemlicher Schock, als ich vor einigen Jahren erfahren habe, dass ich „zuckerkrank“ bin. Monate der Verdrängung folgten, weil man Diabetes ja nicht spürt. Bis ich dann endlich gecheckt hab, dass ich es selbst in der Hand habe gegen den Diabetes anzugehen: Ernährung umstellen, aktiver in Bewegungsdingen werden und ja – auch Onkel Doktors Rat befolgen und brav die Medikamente einnehmen.

Kurz zusammengefasst. Über einige Jahre mit Höhen und Tiefen habe ich es dann sogar geschafft „medikamentenfrei“ zu werden, wobei ich sagen muss, dass ich Gott sei Dank nie Insulin spritzen, sondern nur Tabletten einnehmen musste. Dennoch bin ich überglücklich – durch die Änderung meines Lebensziel dieses Ziel erreicht zu haben. Viele Kilos sind gepurzelt und ich hab jetzt auch wieder richtig Spaß an moderatem Sport (ein Bewegungsjunkie bin ich immer noch nicht) und freue mich schon auf die kommende Skisaison und viele weitere Reisen.

Worauf müssen Insulinpflichtige Diabetiker beim Verreisen besonders achten?

Doch das Thema Diabetes auf Reisen ist für mich voll von Bedeutung geworden, als ich zum ersten Mal mit meiner Mama, die eine insulinpflichtige Diabetikerin ist, verreist bin. Denn der wichtigste Faktor für Diabetiker, die verreisen möchten, ist eine sorgfältige Planung und Organisation der Reise. Es ging damals nach Marokko, also in ein wirklich heißes Land. Da geht’s schon mal los mit dem Handgepäck. Bei Flugreisen müssen Diabetiker zum Beispiel unbedingt beachten, dass sie meistens eine ärztliche Bescheinigung benötigen – andernfalls dürfen Spritzen und Medikamente (flüssiges Insulin) oft nicht im Flugzeug mitgeführt werden. Die Bescheinigung sollte also bereits im Voraus eingeholt beziehungsweise vorbereitet werden. Auch der Diabetikerausweis, der am besten in die Landessprache übersetzt ist, ist unabdinglich für eine Reise in fremdsprachige Länder. Wer im Inland verreist, sollte immer seine E-Card dabei haben.

Diabetes auf Reisen
@ Jürgen Fälchle | Fotolia

Kühltasche fürs Insulin und am besten alles doppelt mitnehmen

Weiterhin müssen Reisende mit Diabetes natürlich die passenden Medikamente und Messgeräte im Gepäck mitnehmen. In erster Linie handelt es sich dabei um Insulin beziehungsweise blutzuckersenkende Tabletten, wobei ersteres unbedingt kühl aufbewahrt werden muss. Wir waren neben unserem entspannten Aufenthalt in Agadir zum Beispiel auch in der Wüste unterwegs. Um das Insulin kühl zu halten haben wir so eine kleine Kühltasche besorgt, die es für Getränkedosen gibt und ein Kühlaggregat reingelegt um das Insulin während der Reise zu kühlen, da reicht z.B. in der Not auch eine gekühlte Getränkedose.

Auch Ersatznadeln sollten dabei sein. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Teststreifen für den Blutzucker-, Azeton- und Harnzuckerwert sowie ein Messgerät mitzuführen. Ich würde auch ein Ersatzmessgerät in den großen Koffer geben, sollte während des Flug etwas verloren gehen – so ist man abgesichert. Diabetiker sollten am besten etwas mehr Material mitnehmen, als auf den ersten Blick nötig erscheint.

Insulin nicht im Hotelkühlschrank lagern!

In den jeweiligen Hotels wollten wir fragen, ob wir das Insulin über Nacht im Kühlschrank aufbewahren dürfen. Wir wurden von unserer Reiseleitung aber darauf hingewiesen, dass das keine so gute Idee ist in armen Ländern, da man mit Diebstahl rechnen muss. Nicht alle Länder haben so ein gutes Gesundheitssystem wie Österreich und Medikamente sind rares Gut, das auch am Schwarzmarkt gehandelt wird. Bei uns gab es Gott sei Dank keinen Vorfall, aber wir waren während unserer Marokko Rundreise auch in kleinen Hotels unterwegs. Ansonsten würde ich halt darauf achten, dass das Hotelzimmer über einen Kühlschrank verfügt.

Reisen mit Diabetes: Bei guter Vorbereitung kein Problem

Vor allem auf Reisen sollte man öfter seinen Blutzucker messen als zu Hause, weil man ein anderes Aktivitätslevel hat als zuhause und auch die Mahlzeiten nicht zur gewohnten Zeit einnimmt. Auch ist zu bedenken, dass die Speisen in anderen Ländern anders zubereitet werden als daheim. Vor allem in Marokko ist vieles recht zuckerhaltig und sogar der allseits so beliebte Pfefferminztee ist eine wahre Zuckerbombe. Aber auf unser Nachfragen hin, haben wir auch diesen ungezuckert bekommen. Also einfach nachfragen.

Diabetes auf Reisen
@Syda Productions | Fotolia

Für den Notfall: Traubenzucker und Obst in ausreichenden Mengen passen in jedes Handgepäck und erweisen sich meistens als ausgesprochen nützlich, sollte der Blutzucker mal rapide sinken: Bei der Wahl der gesamten Reiseapotheke sollten sich Diabetiker grundsätzlich aber immer auf Ihren Arzt verlassen. Die notwendigen Materialien und Medikamente könnten im fremden Land nämlich nicht nur aufgrund der sprachlichen Barrieren schwierig zu beschaffen sein, sondern einfach nicht verfügbar sein.

Diese Ausführungen sind natürlich nicht vollständig und ersetzten keine ärztliche Empfehlung.

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