Die malerische Brücke von Sauve

Ardèche & Cevennen: Auf Foto-Tour im wilden Frankreich

[Gastbeitrag] Ein Roadtrip durch gewundene Bergstraßen, an denen sich ein pittoreskes Village de Caractère an das andere reiht und hinter jeder Ecke ein Château und eine Pâtisserie wartet. Willkommen in der Ardèche und den Cevennen! Heute zeigen euch Karin & Markus von Fotonomaden.com was sie auf ihrer Reise durch Südfrankreich erlebt haben und geben euch praktische Tipps um eure Urlaubsbilder im besten Licht erstrahlen zu lassen.

Romantik pur: Die schönsten Villages de caractère in Ardèche & Cevennen

Seit 1996 werden in der Ardèche die malerischsten Dörfchen als „Village de caractère“ ausgezeichnet. Die Folgenden haben uns ganz besonders begeistert.

Cevennen: Steinhäuser
Die Steinhäuser locken immer mit schönen Motiven

In Labeaume werden abends nicht nur der Ort selbst, sondern auch die Felsen am Fluss beleuchtet, in denen es früher sogar Wohnungen gab. Ein perfekter Ort für ein romantisches Abendessen. Wir haben im Hôtel La Garenne gemütlich gefrühstückt und sind danach durch das Dörfchen gebummelt.

Das auf Terrassen erbaute Banne trumpft mit einem wunderschönen Dorfplatz mit Brunnen, knorrigen, alten Kastanienbäumen und Cafés zum Verweilen auf. Auch der Spaziergang zum Fort lohnt sich für die schöne Aussicht.

Vogüé ist direkt an den Fels gebaut und liegt wunderschön an der Ardèche, dem Fluss des gleichnamigen französischen Departements. Massiv und beeindruckend thront über dem Dorf das Château mit seinen vier mächtigen Türmen. Wie auch in den anderen Villages de caractère ist alles sehr gepflegt und verzaubert mit den mit Efeu berankten Steinhäusern und den bunten Blumentöpfen.

Auch Balazuc liegt spektakulär und thront am Rand einer Felswand, unter der die Ardèche fließt. Hier gibt es keinen Autoverkehr. So kann man ganz entspannt durch die engen, verwinkelten Gässchen spazieren und dieses fotogene mittelalterliche Dörfchen erkunden. Bei schönem Wetter zahlt es sich aus, den Turm der romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert zu erklimmen und über die Dächer von Balazuc zu blicken.

Balazuc kurz vor Sonnenuntergang
Balazuc kurz vor Sonnenuntergang

Eine Auflistung aller Villages de caractère mit Bildern und Lageplan gibt es hier. Trotzdem sind auch die anderen Dörfer, die man passiert definitiv einen Besuch wert, wie etwa Sauve, wo wir durch das felsige Terrain des „Mer de la Rochers“ spaziert sind.

Cevennen: Die malerische Brücke von Sauve
Die malerische Brücke von Sauve

Kulinarische Genüsse: Esskastanien & Mirabellenwein

Wie alle Regionen Frankreichs trumpfen auch die Ardèche und Cevennen mit besonderen Leckerbissen auf. Da der Getreideanbau in der felsigen Gegend schwierig war, hat man sich hier ganz auf Edelkastanien spezialisiert, die man in Form von Likör, Maron glacé, Kastaniencreme, Brot, Nudeln, oder auch als Crêpe genießen kann. Wer im Herbst hierher auf Besuch kommt, sollte unbedingt bei einem der zahlreichen Kastanienfeste vorbeischauen.

Cevennen: 65 Kastaniensorten wachsen in der Ardèche
65 Kastaniensorten wachsen in der Ardèche

Trotz des rauen Klimas gedeihen in dieser wilden Ecke auch köstliche Weine. In Rivière-sur-Tarn konnten wir nicht widerstehen und haben die Bio-Weine der Domaine du vieux Noyer verkostet und gleich einen Vorrat für zuhause eingekauft. Bei Karin und dem „Saveur de Mirabelle“ – einem Likörwein – war es Liebe auf den ersten Schluck, aber auch die Rotweine haben uns sehr gemundet!

Cevennen: Eine Weinverkostung ist ein Muß!
Eine Weinverkostung ist ein Muß!

In der traditionellen Küche der Cevennen und Ardèche kommt viel Fleisch auf den Tisch, ob als Hartwurst, Paté oder Wildschweinbraten. Für Vegetarier ist die Auswahl in den Restaurants eher bescheiden. Ein Trost sind da die unzähligen Bäckereien, die mit frischen Eclairs, fruchtigen Törtchen und sündigem Pain au Chocolat in jedem Dörfchen zu finden sind.

Cevennen: Frische, köstliche Mehlspeisen
Frische, köstliche Mehlspeisen findet man hier überall.

Käseliebhaber sollten unbedingt den bekanntesten Ziegenkäse der Cevennen, den Pélardon, probieren. Veganern raten wir zur Selbstversorgung mit leckeren Baguettes aus der Bäckerei sowie frischem Gemüse und Aufstrichen aus dem Bioladen, die man in allen größeren Orten findet.

Raue Landschaft: Menhire & Felsenchaos

Von den eindrucksvollen Bergen und tiefen Schluchten über die Wiesen mit weidenden Kühen und Schafen bis zu den mystischen Wäldern überrascht dieser Landstrich mit seiner Vielfalt und Schönheit. Hier verraten wir unsere Favoriten:

Der Wald des Bois de Paiolive verzaubert mit seinen außergewöhnlichen Felsformationen, die an Bären, Löwen und Elefanten erinnern. Auch die Steinlabyrinthe und der von Flechten überzogene Weisseichen-Wald haben uns begeistert. Bei den Parkplätzen sind drei einfache Wanderungen ausgeschildert, deren Wege super markiert sind. Die gelbe Route führt entlang der Karstlandschaft der Gorges du Chassezac und bietet spannende Ausblicke.

Chaos de Nîmes-le-Vieux: Das Felsenmeer auf der Kalkhochebene von Méjean lockt ebenfalls mit ungewöhnlichen Felsformationen, die durch Erosion über Tausende von Jahren entstanden sind. Zwischen den Felsen haben wir auch eine Gottesanbeterin, Echsen, Raupen und einen Fuchs erspäht. Das bekanntere Chaos de Montpellier-le-Vieux ähnelt mit seinen Touristenattraktionen mehr einem Vergnügungspark. Den Eintritt kann man sich sparen und die genauso schönen Felsen in Ruhe in Nimes-le-Vieux genießen!

Cevenne: Chaos Nimes le vieux
Die Straßen überraschen mit tollen Ausblicken

Die Aven Armand Höhle ist das perfekte Schlechtwetterprogramm. Die Ausmaße der Höhle, die riesigen Stalaktiten und die Projektionen mit Licht und Ton (in Französisch mit deutschem Übersetzungszettel) sind wirklich beeindruckend, auch wenn man schon andere ähnliche Höhlen gesehen hat.

Hinkelsteine kennen wir schon von Asterix & Obelix. Im Französischen bezeichnet man diese Steine aus vorgeschichtlicher Zeit als Menhire. Sie wurden als Grenzsteine, Werbung für Steinbrüche, zum Gedenken oder als Ornament aufgestellt. Nahe Florac erreicht man über die N106 das Menhir-Feld Cham de Bondons, auf dem mehr als 150 Stück verstreut sind. Besonders schön schauen die Steine in der Stunde vor Sonnenuntergang aus.

Menhir: Ob Obelix den Hinkelstein hier abgestellt hat? ;-)
Menhir: Ob Obelix den Hinkelstein hier abgestellt hat? 😉

Unser absolutes Highlight war das Kayaking in der berühmten Gorges de l’Ardèche: Wir haben unsere Tour in Vallon Pont d’Arc bei Base Nautique gebucht und sind von Sampzon bis zum beeindruckenden Pont d’Arc gepaddelt. Die Strecke ist nicht zu lang oder schwierig und die Fahrt über die 3 Rutschen, zur Umfahrung der Wehren, hat unglaublichen Spaß gemacht. Im Hochsommer ist die Schlucht total überlaufen, im September war es perfekt! Nach ein paar entspannten Stunden am Fluss bietet es sich an, am späten Nachmittag gemütlich die Gorges de l’Ardèche mit dem Auto entlang zu fahren und bei den Aussichtspunkten zu stoppen.

Pont d’Arc
Der berühmte Pont d’Arc am Schluß unserer Paddeltour

Spannende Motivjagd: Tipps für tolle Fotos

Die Schafe halten als hübscher Farbkontrast zur Landschaft her

Die Ardèche und Cevennen bieten unzählige Fotomotive von schroffen Bergpanoramen und beeindruckenden Schluchten bis zu idyllischen Steinhäuschen mit bunten Blumengärten.

Um den Daheimgebliebenen einen guten Eindruck von der Gegend zu vermitteln, ist eine Mischung an Perspektiven toll. In diesem Fall könnten das z.B. ein Übersichtsbild vom ganzen Dorf sein (Totale), eines beispielsweise von der Kirche oder einem einzelnen Haus (Halbtotale) und zuletzt noch ein Detail, wie ein Blumentopf oder ein Straßenschild.

Überall findet man tolle Motive für Detail-Aufnahmen.

Uns hat die Region immer wieder mit fantastischen Wolkenstimmungen überrascht. In solchen Fällen schaut es spannend aus, wenn man dem Himmel 2/3 der Bildfläche widmet.

Nachdem man im Urlaub meistens eher gemütlich ausschlafen will, empfehlen wir am späten Nachmittag und abends fotografieren zu gehen. Da ist bei schönem Wetter wunderschönes, warmes Seitenlicht, das allem einen goldenen Schimmer verleiht.

Château du Champ
Foto-Stopp beim Château du Champ

Immer wieder entdeckt man ruhige Wasser mit spannenden Spiegelungen von Brücken oder hübschen Häusern. Besonders harmonisch schaut es aus, wenn man Motive mit Spiegelung symmetrisch fotografiert, also die Kante, an der die Spiegelung beginnt in die Mitte des Bildes setzt. Bei allen anderen Motiven ist es jedoch besser, den Blickpunkt aus der Mitte des Bildes zu rücken, damit es interessanter wirkt.

Wir waren von Mitte bis Ende September unterwegs. Zu dieser Zeit sind weniger Touristen in der Region und man kann fast überall in Ruhe besichtigen und fotografieren. Wer in dieser Gegend die schönen Herbstlaubverfärbungen erleben will, sollte gegen Mitte Oktober kommen. Dann aber unbedingt warme Kleidung einpacken, denn da kann es schon sehr frisch werden!

Ein seltenes Foto von uns

Noch mehr Foto- und Planungs-Tipps für eine Reise in die Ardèche und Cevennen haben wir hier zusammengeschrieben.

Ihr möchtet Karin & Markus auf Ihren Fototouren begleiten?

Welche Regionen in Frankreich hast du schon besucht?

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