Fisser Blochziehen

Fisser Blochziehen: Kennst du diesen Tiroler Brauch?

[Pressemitteilung] Ich war selbst leider noch nie in Fiss. Aber seit ich vom Fisser Blochziehen gehört habe, geht mir dieses Fest nicht mehr aus dem Kopf. Stell dir vor: Ein kleines Dorf in Tirol. Es ist Winter. Punkt 12.30 Uhr schlägt die Kirchturmuhr. Und plötzlich ist alles anders. Glocken dröhnen. Eine Peitsche knallt laut durch die Luft. Und dann setzt sich ein riesiger Baumstamm in Bewegung.

Am 25. Januar 2026 findet dieses besondere Ereignis wieder statt – und zwar nur alle vier Jahre.

Ein Dorf wird zur Bühne

Beim Blochziehen wird ein bis zu 30 Meter langer Zirbenstamm auf einem Holzschlitten durch das ganze Dorf gezogen. Rund 60 Männer stemmen sich dagegen. Zusammen bringen sie mehrere Tonnen Holz in Bewegung. Aber es ist kein normaler Umzug. Überall sind Figuren unterwegs, die fast aus einer anderen Welt zu kommen scheinen:

  • Hexen tanzen und wirbeln mit ihren Besen
  • Der Schwoaftuifl stört mit seiner Gabel und will alles aufhalten
  • Der Bajatzl klettert auf Dächer und bringt die Leute zum Lachen
  • Männer mit schweren Glocken vertreiben mit jedem Schritt das Böse

Alles wirkt wild, laut, ein bisschen unheimlich – und unglaublich lebendig.

Fisser Blochziehen

Fotocredits: ©Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH, Manuel Pale, Andreas Kirchner

Winter gegen Frühling

Was mich besonders fasziniert: Hinter all dem steckt eine alte Idee. Der Baumstamm, der sogenannte Bloch, steht für den Pflug. Für den Neubeginn. Für den Frühling. Der Umzug ist wie ein großes Spiel zwischen Gegensätzen: Winter gegen Frühling. Chaos gegen Ordnung. Stillstand gegen Bewegung.

Der Fuhrmann gibt den Takt vor. Wenn seine Peitsche zweimal knallt, weiß jeder: Jetzt geht’s los. Für einen Moment hält angeblich das ganze Dorf den Atem an.

Fisser Blochziehen

Fotocredits: ©Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH, Manuel Pale, Andreas Kirchner

Kein Touri-Event, sondern echtes Leben

Was dieses Fest so besonders macht: Es ist keine Show für Besucher. Es ist Teil des Dorflebens. Fast jede Familie in Fiss ist irgendwie beteiligt. Männer ziehen den Bloch, Jugendliche wachsen langsam in ihre Rollen hinein, Kinder machen beim eigenen Blochziehen mit. Frauen nähen Kostüme, schminken, reparieren Masken – oft monatelang.

Genau deshalb gehört das Blochziehen auch zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Nicht, weil es alt ist. Sondern weil es heute noch wirklich gelebt wird.

Drei Stunden Ausnahmezustand

Der ganze Zug dauert rund drei Stunden. Enge Gassen, Schnee, knarrendes Holz, jubelnde Zuschauer. Tausende Menschen stehen am Rand. Am Ende kommt der Bloch auf dem Fonnesplatz an und wird versteigert. Das Geld geht zurück an die Dorfgemeinschaft und an soziale Projekte. Auch das finde ich stark.

Warum ich da unbedingt mal hinwill

Dieses Fest in der Region Serfaus-Fiss-Ladis hört sich an wie eine Reise in etwas Ursprüngliches. In eine Zeit, in der Gemeinschaft, Rollen und Rituale wichtig waren – und es heute noch sind. Vielleicht stehe ich heuer zum ersten Mal selbst dort. Mit kalten Füßen, offenen Augen und Gänsehaut vom Peitschenknall.

Wenn du Traditionen magst, die laut sind, wild, ehrlich und tief verwurzelt – dann solltest du dir das Fisser Blochziehen unbedingt merken.


Quelle: Tirol Werbung, Maria-Theresien-Straße 55, 6020 Innsbruck
Titelbild: Fisser Blochziehen ©Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH, Andreas Kirschner

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