Wir haben während unseres Urlaubs in Matrei in Osttirol einen Ausflug ins idyllische Innergschlöss gemacht – ein Tal, das oft als der „schönste Talschluss der Ostalpen“ bezeichnet wird. Das Gschlösstal ist ein bekanntes Wandergebiet in Osttirol, das mit vielseitigen Wanderwegen, beeindruckenden Landschaften und einer naturbelassener Atmosphäre begeistert. Es liegt am Fuße des Großvenedigers, bietet beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Gletscherwelt und grenzt im hinteren Bereich ans Salzburger Land.
Innergschlöss: Anfahrt & Parken
Inhaltsverzeichnis
Ausgangspunkt für die Wanderung ist das Matreier Tauernhaus (Parkplatz vorhanden, kostenpflichtig), das man über die Felbertauernstraße bequem mit dem Auto erreicht. Alternativ ist das Tauernhaus auch per Bus von Matrei oder Mittersill aus erreichbar – ideal für alle, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind.
Wanderung ins Innergschlöss – Osttirols Naturjuwel entdecken
Wanderung vom Matreier Tauernhaus ins Innergschlöss
?Strecke: ca. 4,5 km (Hinweg)
?Höhe: 1698 m
?Höhenmeter: 219 hm
?Gehzeit: 1,5 h
?Highlight: Felsenkapelle
?Achtung: Hunde an die Leine!

Vom Matreier Tauernhaus ins Innergschlöss
Vom Matreier Tauernhaus wandern wir in etwa einer Stunde zum Außergschlöss und in etwa anderthalb Stunden weiter ins Innergschlöss. Der Weg ist gut ausgebaut, größtenteils flach und landschaftlich äußerst abwechslungsreich – also auch für Familien und weniger geübte Wanderer geeignet. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann auch mit einem Taxibus oder dem kleinen Gschlösser Panoramazug (ein Traktor mit Zug-Anhänger) fahren, der regelmäßig verkehrt (Saisonbetrieb von ca. Juni bis Anfang Oktober, abhängig von der Wetterlage). Hier gibt’s Infos zu Fahrzeiten und Preisen von Zug & Taxi.



Felsenkapelle Innergschlöss
Die Felsenkapelle ist das Wahrzeichen des Gschlösstals und liegt direkt am Weg zwischen Außergschlöss und Innergschlöss in der Gemeinde Matrei in Osttirol. Nach etwa einer guten Stunde erreichten wir die Kapelle, die spektakulär in einen mächtigen Felsblock hineingebaut wurde. Der kleine Sakralbau beeindruckt mit seiner Natursteinarchitektur und dem schlichten, stimmungsvollen Innenraum. Besonders faszinierend fanden wir, dass die Kapelle direkt aus einer Felsnische heraus errichtet wurde – fast wie eine natürliche Höhle mit spirituellem Charakter.
Die erste Kapelle wurde bereits 1688 von Almbesitzern errichtet, allerdings an einem lawinengefährdeten Standort. Nachdem sie zweimal von Lawinen zerstört wurde, entschied man sich 1870, sie an einen sichereren Ort zu verlegen – unter einen großen Felsblock. Die natürliche Felshöhle wurde dabei zu einem kleinen Naturstein-Gewölberaum ausgebaut. Nach einer umfassenden Renovierung wurde die Kapelle am 8. September 1980 erneut geweiht.



Gletscherweg Innergschlöss
Frisch inspiriert setzten wir unsere Wanderung fort und gelangten schließlich zur Almsiedlung Innergschlöss auf rund 1.690 m Höhe. Dieser Ort ist auch Ausgangspunkt für den Gletscherweg Innergschlöss – ein eindrucksvoller Naturpfad, der in das Gletschervorfeld führt, unter anderem zum sogenannten „Auge Gottes“ oder zum kleinen Salzbodensee. Tafeln entlang des Weges erklären geologische Phänomene, Pflanzenwelt und den Klimawandel. Für den gesamten Gletscherweg sollte man vom Innergschlöss ausgehend etwa 4-5 Stunden einplanen (rund 650 Höhenmeter, gute Trittsicherheit erforderlich).


Bergpanorama & Gletscherwelt
Die höchste Erhebung im Gebiet rund um Matrei ist der Großvenediger mit 3.657 Metern. Ihm schließen sich im Südosten weitere beeindruckende Gipfel an, darunter das Rainerhorn (3.559 m), die Schwarze Wand (3.503 m), der Hohe Zaun (3.451 m) und die Kristallwand (3.310 m). Etwas weiter südlich ragen außerdem die Weißspitze (3.300 m) und der Hohe Eichham (3.371 m) auf.
Ein markantes Merkmal der Venedigergruppe im Matreier Gemeindegebiet ist die starke Vergletscherung. Besonders eindrucksvoll ist dabei das Schlatenkees, der zweitgrößte Gletscher dieser Gebirgsgruppe, der sich am Talschluss des Gschlösstals ausbreitet.

Das Innergschlöss und die schönen Hütten
Das Innergschlöss ist relativ lawinengefährdet, darum hat man sich einst entschieden die Hütten wie ein kleines Dorf an einen lawinensicheren Ort zu bauen. Die schönen Hütten sehen vom Baustil her alle relativ ähnlich aus. Mit Steinsockel und Holzaufbau und sind im Sommer wunderschön mit bunten Balkonblumen geschmückt. Herrlich!


Einkehren & Genießen im Venedigerhaus
Wir sind noch ein Stück weiter ins Tal hineingewandert, haben dann umgedreht und uns im Venedigerhaus Innergschlöss niedergelassen – dort haben wir den vielleicht besten Kaiserschmarrn der Welt genossen. Der Gasthof bietet regionale Küche und ist auch eine beliebte Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer, die von hier aus zu Hüttentouren oder Hochtouren aufbrechen. Danach ging es mit dem Panoramazug bequem zurück zum Matreier Tauernhaus, wo unser Auto geparkt war. Eine weitere Einkehrmöglichkeit unterwegs ist übrigens das Berghaus Außergschlöss, ebenfalls sehr gemütlich gelegen.

Fazit: Leichte Wanderung in traumhafter Kulisse
Innergschlöss ist nicht nur ein fotogener Platz, sondern auch ein Kraftort, der viel Ruhe und Ursprünglichkeit ausstrahlt – ideal für eine leichte Wanderung mit großartigen Naturmomenten. Das Gschlösstal ist auch beliebter Drehort für Filme, so wurde etwa der Film „Das Ewige Lied“ mit Tobias Moretti über die Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht, heilige Nacht“ u.v.m. hier gedreht. Besonders lohnenswert ist der Ausflug in den Monaten Juni bis Oktober, wenn die Hochgebirgslandschaft am eindrucksvollsten ist und alle Wege sowie der Gletscherweg (meist) schneefrei und begehbar sind.
Mehr Infos zur Geschichte vom Gschlösstal kannst du hier nachlesen.
Video Matrei in Osttirol
Mehr Eindrücke über unseren Urlaub in Matrei in Osttirol kannst du in folgendem Video sehen. Viel Spaß dabei!


