Voglbachhof - Seidlwinkltal Rauris

Urlaub am Bauernhof am Voglbachhof im Seidlwinkltal

[Werbung]  Wir kommen abends in Rauris an. Wir fahren in den letzten Winkel des Ortes – ins Seidlwinkltal. Hier im Seidlwinkltal sind die Wiesen steil, und sogar ganz weit oben liegen noch Höfe. Eine unwirtliche Gegend für Landwirtschaft. Aber ein Ort des Staunens für uns Gäste, die wir hier Urlaub machen. Wir, das sind meine Cousine Susanne mit ihren 3 Kindern Anna, Daniel und Eva sowie meine Wenigkeit. Langsam legen sich schon die Nebel über die Berge, und dann sind wir endlich am Ziel: Am Voglbachhof, hier sind wir für dieses Wochenende zu Gast.

#wirliebendasechte

Wir machen Urlaub am Bauernhof:
Bei Familie Kellner am Voglbachhof in Rauris

Da wir recht spät am Abend angekommen sind, haben wir es uns gleich in der sehr geräumigen Ferienwohnung gemütlich gemacht, um gestärkt in den nächsten Morgen zu starten.

Aber ausschlafen? Nein.

Noch bevor wir Frühstück bekommen, mussten die Tiere versorgt werden. Gesagt, getan!

Ab in den Stall!
Dafür sah der Himmel heute schon etwas freundlicher aus.

Wir mähen frisches Gras: Mit der Sense!

Gleich nach dem Aufstehen haben wir also mit der Sense frisches Gras gemäht. Gar nicht so einfach. “Melanie, du streichelst ja das Gras nur!” meinte Elisabeth amüsiert, die das selbst natürlich ganz geschmeidig gemacht hat. Gelernt ist halt gelernt. Dann haben wir noch Körner für das Aussendomizil der Hühner bereit gestellt. Bevor es für das Federvieh vom Stall hinaus ins Freie ging. Und schön, ein paar Eier für unser Frühstück lagen auch schon bereit.

Danach ging’s weiter zu den süßen Hasen. Sie lieben großblättrige Pflanzen wie Bärentatzen und natürlich auch frisches Gras, das wir am Wegrand für sie gepflückt haben. Die beiden Ziegen waren mit dem alten Brot von gestern und vorgestern voll zufrieden, das im Heizraum zum Trocknen gesammelt wird.

Am Voglbachhof wird viel selbst gemacht

Dort zeigte uns Elisabeth was sie noch alles am Hof produzieren: Kräutersalz, getrocknete Schwammerl und Holzschindeln, die macht natürlich ihr Mann Alois, der gelernter Tischlermeister ist und auch die Einrichtung der Wohnung und die ganzen Schlafzimmer selbst gemacht hat.

Ein Bauernhof ohne Kühe?
Nein – die waren schon auf der Weide.

So spät wie wir aufgestanden sind, waren die Kühe schon allesamt auf der Weide, nur ein Kalb mit der Mutterkuh musste im Stall versorgt werden – da übernahm das Einfüttern dann gerne gleich ich.

Frisch vom Huhn in die Pfanne – lecker!

Und dann gab’s endlich ein verdientes Frühstück für uns: Frisches Brot, eine deftige Eierspeis von “unseren Hühnern” und viele weitere regionale Spezialitäten vom Aubauernhof in Rauris.

Voglbachhof: Urlaub am Bauernhof mit Kindern


Wir gehen auf Entdeckungstour ins Seidlwinkltal

Wenn du Urlaub in Rauris machen möchtest, ist der Voglbachhof ein perfekter Ort dafür. Nicht nur das Mitmachen am Bauernhof hat den Kindern gefallen, auch die Lage ist super. Weil der Bauernhof der Familie Kellner quasi das letzte Haus ist, bevor die Almen des Seidlwinkltals beginnen.

Familiengasthaus Weixen: Fischen, Spielplatz und mehr …

Bevor es auf der breiten Forststraße hinein geht ins Tal gibt’s noch ein Highlight für die Kleinen. Nur ein paar Minuten zu Fuß vom Voglbachhof entfernt liegt das Landgasthaus Weixen. Dort gibt’s einen riesengroßen Erlebnisspielplatz, Lamas, Schafe und sogar zwei Fischteiche. Für 5 EUR (Stand 2018) bekommen die Kinder eine Angel und können ihr Glück versuchen.

Und die Eltern können währenddessen im Gastgarten das selbstgebraute Bier verkosten und dann gemeinsam das selbstgemachte Eis genießen. Tipp: Sesameis, lecker!!!

Zu Besuch bei der “Palfner Alm Gabi”

Das Rauriser Seidlwinkltal reicht bis zum Fuß des Großglockners und war früher eine wichtige Handelsroute nach Italien. Hier waren die Säumer unterwegs und das Tauernhaus hinten im Seidlwinkltal eine Institution, das noch heute von seiner lebendigen Geschichte zeugt. Es gibt insgesamt vier Almhütten im Seidlwinkltal: Ganz hinten die Litzlalmhofalm, das Rauriser Tauernhaus, die Palfner Alm und die Gollehenalm. Unser Ziel war die Palfner Alm. Vorbei an den ganzen kleineren und größeren Wasserfällen waren wir begeistert von der wunderschönen Landschaft des Seidlwinkltals.

Die “Palfner Alm Gabi”

Apfelstrudel & Almkaffee auf der Palfner Alm

Wir betreten die Alm, und da hat uns die fesche und sehr sympathische Sennerin, die Palfner Alm Gabi, gleich so herzlich in Empfang genommen, dass ich das Gefühl hatte, dass wir uns schon lange Zeit kennen. Der Tisch füllte sich bald mit weiteren Einheimischen und wir haben uns bei herrlichem Apfelstrudel über die Alm, das Bloggen und noch so Einiges unterhalten.

Hach, oft ist es so einfach mit Leuten ins Gespräch zu kommen, einfach schön! #einfachecht

Und wieder: Wo sind die Kühe?

Klar haben wir ein paar Kühe gesehen, aber irgendwie waren die ganzen Schweine überpräsent. Also, eine Einkehr auf der Palfner Alm kann ich von ganzem Herzen empfehlen. Nicht nur weil du schon vor der Hütte “sauguat” begrüßt wirst. 😉

Die Alm ist ein echtes Schmuckstück und rund um die Hütte gibt’s für Groß und Klein viel zu entdecken. Kneippen, Hasen und Kälber streicheln oder ein bisserl im Wasser plantschen. Da sind die Kinder erst mal beschäftigt.

Die Palfner Alm ist ein tolles Wanderziel für Kinder und echt eine super Almhütte für die ganze Familie. Der Almweg dorthin ist auch für Kinderwägen geeignet und in einem sehr guten Zustand. Also kannst du die Wanderung zur Palfneralm bei jedem Wetter machen.

Infos für Wanderer: Es gibt übrigens auch einen Almhütten-Shuttle durchs Seidlwinkltal – den “Rauriser Tälerbus” und sogar eine E-Bike Ladestation.


Almgespräch: Ein Blick hinter die Kulissen

“Beim Reden kommen de Leut’ z’samm!” So heißt es bei uns, und deshalb freut es mich sehr, dass ich euch hier einen kleinen Einblick hinter die Kulissen geben kann. Wie schaut so ein Leben als Bäuerin bei “Urlaub am Bauernhof” eigentlich wirklich aus?

Ich wollte es genau wissen: Wie lässt sich das Gastgebersein mit dem Beitreiben der Landwirtschaft vereinen und gäbe es überhaupt eine Möglichkeit oder den Wunsch “anders” zu leben? Ich habe mich mit unserer Gastgeberin Elisabeth Kellner vom Voglbachhof ganz offen über das “Bauernleben” unterhalten – und es war sehr spannend. Lest selbst  …

Elisabeth Kellner, die Bäuerin vom Voglbachhof

Warum betreibt ihr eure Landwirtschaft, so wie ihr es macht?

“Wir betreiben unsere Landwirtschaft einerseits aus Tradition, da wir den elterlichen Hof meines Mannes Alois übernommen haben. Andererseits ist Rauris ein reines Bergbauern- und Grünlandgebiet, wo ausser Rinderhaltung nicht viel möglich ist.” erklärt mir Elisabeth und erzählt, dass man von der Rinderhaltung allein nicht leben kann. Darum hat sich die Familie vor 25 Jahren für Urlaub am Bauernhof entschlossen. Durch den zusätzlichen Erwerbszweig und Elisabeths Tätigkeit als Lehrerin in der landwirtschaftlichen Fachschule in Bruck, kann sich Bauer Alois voll und ganz den Tieren und der Landwirtschaft widmen. “Das passt für uns optimal zusammen. Denn Alois ist mit Leib und Seele Landwirt.”

Was bedeutet Landwirtschaft für dich?

Elisabeth erzählt mir, dass sie den größten Beitrag der Landwirte in der Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft in Österreich sieht. “Wir Bauern sorgen dafür, dass Österreich so ausschaut wie es ausschaut.” sagt sie stolz, und dass das keine leichte Arbeit ist, kann ich mir vorstellen. Denn im Pinzgau sind die Landwirtschaften klein strukturiert, die steilen Hänge machen das bewirtschaften schwer und ebene Felder für den Getreideanbau gibt’s so gut wie nirgends. “Und dann sind da noch die harten Winter. Wenn dann wieder mal eine Lawine abgeht, bringt das für uns Bauern viel zusätzliche Arbeit im Frühjahr mit sich.” erklärt die junge Bäuerin. Aber sie beschwert sich nicht, ganz im Gegenteil. Mit voller Begeisterung erzählt sie von ihren Schülern, die sich durch das Befassen mit den heimischen Produkten wieder stärker in der Region verankern. “Der enge Bezug zur Landwirtschaft und vor allem zum eigenen Boden wächst. Und das hält dann auch die Jugend am Land.”

Welche Werte möchtest du vermitteln?

“Tradition, Bodenständigkeit aber auch den Mut, neue Wege zu gehen – und ich hab das Gefühl, dass diese Werte wieder viel wichtiger werden, auch bei den jungen Leuten.” Elisabeth erinnert sich an ihre Jugendzeit zurück, damals wurde das Traditionelle eher als altmodisch angesehen und man wollte sich eher von der Generation der Eltern abgrenzen. Das Vereinsleben ist auch in Rauris wichtig um jungen Leuten Gemeinschaft zu bieten, sodass sie sich im Dorfleben verankern können.

Man bleibt viel lieber in seiner Heimat, wenn man diese Ankerpunkte hat.

Wenn man Grund und Boden besitzt, ist Zeit ein kostbares Gut

Grund zu besitzen und den eigenen Boden zu bewirtschaften ist schön, gibt Sicherheit, macht aber auch sehr viel Arbeit. Man ist selbstständig. Muss ständig alles selbst machen. “Auf der einen Seite ist das ja genau das Schöne. An den Wochenenden sind wir mit vollem Engagement mit dem Urlauberwechsel und der Betreuung unserer lieben Gäste beschäftigt. Wenn dann alles erledigt ist und auch die Tiere und das Land versorgt sind, kann man sich halt mal unter der Woche zum Skifahren oder zum Wandern mit der Familie Zeit nehmen. Es ist wichtig den Kindern zu zeigen und vorzuleben, dass man auch als Landwirt Freizeit haben kann.” erzählt Elisabeth über ihren Alltag.

Dieses Memory bekommen die Kinder als Geschenk mit nach Hause. Toll!

Gibt es ein alternatives Leben zum Bauernhof?

“Ich möchte an keinem anderen Ort leben und auch nichts Anderes machen.” sagt Elisabeth voller Wärme. Sie erzählt mir, dass sie das mit dem Vermieten irrsinnig gerne macht und es liebt viel Zeit mit den Gästen zu verbringen. Auch ich merke das, und bin sehr dankbar für die Zeit die sie sich für uns nimmt um uns “Ihr Seidlwinkltal” zu zeigen. Ausserdem sei es ein großer Vorteil, dass sie sich als Landwirte die Zeit eigenständig einteilen können. Das ist ein absoluter Pluspunkt für das Familienleben. “Es ist einfach ein Traum, dass wir als Familie jeden Tag gemeinsam Frühstücken, Mittagessen und zu Abend essen können.” schildert mir die Mutter von drei Kindern.

Dennoch ist Elisabeth froh, dass sie durch ihre Lehrtätigkeit ein wenig Abwechslung zum Leben am Bauernhof hat. Und klar, manchmal wünscht sie sich nach einer anstrengenden Saison schon auch mal ein bisserl Ruhe. Aber das ist doch ganz normal. Da heißt es wieder Akkus aufladen, aber da geht’s wohl jedem in jedem anderen Beruf genauso.

 “Superfood aus Rauris” – der Grangnsaft von Elisabeth

Und dann verratet mir Elisabeth noch ihr Lieblingsrezept, passend zur Jahreszeit: “Weil bei uns jetzt die Grangn (Preiselbeeren) reif sind.” Sie erklärt mir wissend, dass wir ja eigentlich kein sogenanntes Superfood aus Südamerika und sonst woher brauchen, wenn doch hier bei uns in den Bergen soviel Wertvolles wächst. Und darum bekomme ich nun Elisabeths Rezept vom Preiselbeersirup.

“Grangnsaft” alias Preiselbeersirup

Der hohe Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen macht die Preiselbeere zu einer wahren Kraftpflanze. Folgende Zutaten brauchst du für den Grangnsaft.

  • 2,5 Liter “Grangn” (Preiselbeeren)
  • 2 Liter Wasser
  • 2 kg Zucker
  • 40 g Zitronensäure

Zubereitung: Beeren, Wasser und die Zitronensäure in ein großes Glas geben, zerquetschen und 24 Stunden stehenlassen. Durch ein Tuch seihen, den Zucker zugeben, und nochmals 24 h stehen lassen. Öfter mal umrühren, damit sich der Zucker löst. Kurz aufkochen und abfüllen.

Im Winter oder Herbst – abends eine Tasse heißer Grangnsaft – ist einfach ein Traum!

Doch nicht nur Preiselbeeren, auch Waldhimbeeren und Heidelbeeren, die man in Rauris Moosbeeren nennt, werden am Voglbachhof verarbeitet. Und neuerdings experimentiert Elisabeth mit Brennessselsamen, die kann man zu Salz verarbeiten und schmecken auch im Karottensalat hervorragend. Und wenn man sie ein wenig anröstet, haben sie sogar einen leicht nussigen Geschmack. Auch das nächste Projekt ist schon in Planung: “Ich möcht jetzt mal ein Brot mit Brennesselsamen ausprobieren, das schmeckt bestimmt super!” schwärmt die Voglbach-Bäuerin von ihrer neuesten Entdeckung.


Unser Fazit zum Voglbachhof im Seidlwinkltal

Urlaub am Bauernhof mit Kindern, das ist immer eine gute Idee. Eine besonders gute Idee ist es, wenn du dir dafür einen Bauernhof suchst, der mit deinen Kindern so herzlich umgeht, wie mit seinen eigenen. Und das tun Elisabeth und Alois Kellner vom Voglbachhof, die selbst Eltern von drei Kindern, sind mit Begeisterung. 

Ausflug mit den Kindern zur Greifvogelschau auf der Hochalm

Und da geht’s eben nicht nur drum, dass die Kinder tun dürfen was sie wollen. Nein, es geht viel mehr darum die Kleinen am Leben am Hof teilhaben zu lassen. Da gehört das mit Anpacken genauso dazu, wie dass man sich an bestimmte Regeln halten muss.

Denn so lieb der Hofkater Schnurli auch um unser aller Streicheleinheiten buhlte, die Kinder mussten lernen, dass er nicht in unsere Ferienwohnung rein darf. Das war natürlich nur ein kleiner Wermutstropfen ob der vielen Möglichkeiten, die es am Voglbachhof und im Seidlwinkltal für Kinder gibt. Den Kindern hat’s gefallen. Als wir wieder zuhause angekommen sind hat die kleine Eva gefragt:

“Und wann fahren wir wieder nach Rauris den “Schnurli” besuchen?” 😉

Der Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Urlaub am Bauernhof und Tourismusverband Rauris entstanden.


Und hier gibt’s noch mehr Bilder für euch

Auffi auf die Rauriser Berge zur Greifvogelschau