Marokko Wüstentour

Marokko Wüstentour entlang der Straße der 1.000 Kasbahs

Der Süden Marokkos hat es mir angetan. Darum musste ich wieder hin. Hinein in die Wüste und diesmal länger. Nicht nur im Vorbeigehen. Was wir auf unserer Marokko Wüstentour erlebt haben, und welche schönen Orte wir entlang der Straße der 1.000 Kasbahs, die von Ouarzazate entlang des Dades bis in die Gegend um Errachidia führt, könnt ihr hier nachlesen.

Wir sind von München direkt nach Agadir geflogen. Dort haben wir 3 Nächte am Meer verbracht, bevor es in Richtung Wüste ging. Ein Sonderstop bei Hossein im Hotel Kasbah Ennakhile in Nkob ist Pflicht, bevor wir in die Dünen der Sahara abtauchen. 3 Nächte haben wir rund um Merzouga und Erg Chebbi verbracht. Das freute mich sehr, denn bei meiner letzen Marokko Reise durch den Süden war dafür zu wenig Zeit eingeplant.

Nach unserem Wüstentrip ging es dann weiter in Richtung Gorge de Toudra und ins Dades Valley, dort haben wir wieder in einem Hotel von Hossein übernachtet – das neue Hotel Ksar Sultan Dades auf 1.600 Metern Seehöhe. Danach ging es weiter nach Marrakech, auch hier haben wir wieder 3 Nächte verbracht und sind dann über Marrakech – Casablanca zurück nach München geflogen. Das wird heute ein sehr langer Artikel, deshalb gibt’s praktischerweise ein Inhaltsverzeichnis.

Inhaltsverzeichnis Marokko Wüstentour

Das waren unsere Reisebausteine

Hier hab ich euch meine einzelnen Reisebausteine aufgelistet, wie ich die Marokko Wüstentour für uns geplant habe. Es ist praktisch hier Gabelflüge zu buchen, weil du dir somit einige Kilometer auf der Straße sparst und mehr von Marokko sehen kannst.

Marokko Wüstentour planen mit Tourguide Moha

Ich habe diese Marokko Wüstentour selbst zusammengestellt und gemeinsam mit unserem privaten Tourguide Moha den Marokko Roadtrip geplant. Das ist für mich übrigens mittlerweile die einzige Art Marokko richtig zu bereisen. Keine großen Gruppen, keine lästigen Verkaufsveranstaltungen, keine Wartezeiten wie man es sonst von Gruppenreisen kennt. Noch dazu bekommst du jede Information die du möchtest, kannst Stops einlegen wo es dir gefällt und du bestimmst das Tempo der Reise.

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Agadir, erst mal an den Strand

So, nun aber zurück auf Anfang. Wir starten unsere Marokko Wüstentour in Agadir, dem bekannten Badeort am Atlantik. Vor 3 Jahren war ich zum letzten Mal hier, und wieder hat sich viel getan. Vor allem für die Kids ist Agadir im Hochsommer ein Top-Reiseziel. An der Promenade war ein riesiger Funpark für Kinder aufgebaut und es waren auch hauptsächliche Familien unterwegs. Wir haben uns dann noch die neue Medina von Agadir, eine Töpferwerkstatt und einen Fischmark angesehen, mehr Infos findet ihr in meinem Agadir Reisebericht.

Unweit der Medina befindet sich auch ein schöner Laden, in dem allerlei marokkanische Souvenirs angeboten werden. Herzstück des Anwesens ist eine Töpferei, die wir mit unserem Taxifahrer (!) besichtig haben. Wunderschöne Dinge werden hier produziert und ich kam nicht umhin, mir ein kleines Andenken mit nach Hause zu nehmen.



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Wir waren in Taroudannt Safran kaufen

In der Nähe von Taroudannt haben wir eine Safran Farm besucht. Safran ist das teuerste Gewürz der Welt und wird in Marokko auch als als “Rotes Gold” bezeichnet. Safran wird schon seit vielen Hundert Jahren in Marokko angebaut und die Produktion des Safrans ist sehr aufwändig. Jede Blüte der bei uns als gemeinhin Crocus (eigentlich Crocus-Savitus) bekannten Pflanze hat nur 3 Safranfäden, diese müssen händisch geerntet werden. Man muss sich vorstellen, dass man pro Kilo Safran circa 200.000 Blüten braucht. Wahnsinn.

Ich habe für ein Gramm Safran 5 EUR bezahlt

Und ich freu mich schon zuhause leckere Gerichte mit dem Safran aus Marokko zu kochen. Weiter führte uns unsere Marokko Wüstentor nach Nkob.

Deutschkurs für die Berber in Nkob

Diesen Ort kannte ich schon von meiner letzten Marokko Rundreise durch den Süden des Landes. Ich wollte unbedingt wieder hierher kommen, weil ich diesen Ort einfach magisch finde. Ruhe pur! Und wieder wurden wir vom Team des Hotel Kasbah Ennakhile herzlich umsorgt und hatten sehr viel Spaß daran, den jungen Berbern Deutsch beizubringen. Denn du musst wissen. Deutsch und die Berbersprache sind sich anscheinend gar nicht so unähnlich, weil wir beide das “ch” gleich verwenden. Also, wenn du mich fragst – ich hab nur Bahnhof verstanden 😉

Auf nach Merzouga, dem Tor zur Sahara

Heute ist es soweit. Das Ziel unserer Marokko Wüstentour ist Merzouga, das Tor zur Sahara. Auf dem Weg dorthin haben wir noch schnell eine Sim-Karte für mein Handy gekauft und so hatte ich für rund 6 EUR laufend Internet. Eine super Sache, das werde ich jetzt immer so machen. Einfach Hotspot für die Mitreisenden öffnen und so haben alle was davon. Die Fahrt war richtig spannend. Die Landschaft verändert sich langsam, aber zusehends. Siehst du da noch die ein oder anderen Bäume, wandelt sich der Boden bald hin zu einer Steinwüste. In der heißen Sonne schienen weit entfernte Bäume oft wie eine Karawane auszusehen, doch der flimmernde Boden täuschte mich.

Ich habe also Fata Morganas gesehen, ja wirklich!

Dann auf einmal sah man auf dem steinigen Boden die ersten Sandansammlungen, vom Wind hierher geweht. Nun sind wir also bald an unserem Ziel. Die Aufregung steigt.

Zur Begrüßung gleich ein Sandsturm, aber Hallo!

Als wir in dem kleinen Ort Et Taous ankamen, hat uns sogleich mal ein kleiner Sandsturm begrüsst, der aber nach 10 Minuten wieder vorbei war. So jetzt sind wir also da, am Anfang der Sahara. Moha hat uns gleich mal in das Desert Camp Le Petite Prince gebracht. Hier konnten wir den Nachmittag noch gemütlich am Pool verbringen und uns dann für unsere Nacht in der Wüste umziehen. Am Pool haben wir dann mit zwei netten Reisenden aus Deutschland gesprochen, die mit dem Bus hier hergefahren sind. Klar es war günstig mit ich glaube 85 EUR inkl. Deserttour, aber 12 Stunden im öffentlichen Bus, mit unzähligen Stops, nein Danke! Da ist mir unsere Privattour schon tausend Mal lieber.

Entspannt kommen wir dann vom Pool zurück und bereiten uns auf unsere Nacht in der Wüste vor. Für den Kamelritt sollen wir nur das nötigste mitnehmen, den Rest bringt uns dann Moha mit dem Jeep ins Zeltcamp in die Dünen.

Welche Kleidung brauchst du für deine Marokko Wüstentour?

Ich hab mir ja zuhause schon Gedanken darüber gemacht, was ich für diese Marokko Wüstentour anziehen soll. Irgendwie hat man da so Gedanken im Kopf, wie in der Nacht wird es ja so kalt in der Wüste oder festes Schuhwerk brauchst du auch zum Kamelreiten. Also ich war barfuß auf dem Kamel und hatte eine lockere 3/4 Haremshose und ein langärmeliges Shirt an. Das reichte vollkommen. Meine Schlapfen hab ich vorne am Kamel befestigt und im Rucksack hatte ich eine große Flasche Wasser und das Handy griffbereit.

Marokko Wüstentour in den Erg Chebbi Dünen

Bevor es zu den Tieren ging, hat uns Moha noch einen schönen Turban gebunden. Nun sahen wir wie echte Wüstenweiber aus. Toll. Mit einer Räuberleiter wurde ich aufs Kamel gehieft und dann beugte sich das Riesentier mit dem Po voraus hinauf in die Höhe. Festhalten. Dann erst kommt der Kopfteil des Kamels, das ja eigentlich ein Dromedar war, in die Höhe. Und Wums, bin ich ungefähr 2 Meter über dem Boden. Beste Aussichten – ich bin bereit.

Marokko Wüstentour

Praktisch fand ich den Kamelsattel, der mit einer Balance wie beim Fahrrad ausgestattet war, da kann man sich gut festhalten. Was mir zu dieser Zeit noch recht praktikabel vorkam, stellte sich nach einiger Zeit als ziemlich anstrengend heraus. Denn aus Angst vom Kamel zu fallen, hielt ich mich viel zu fest an den Griffen fest, vor allem wenn es bergauf und bergab über die Dünen ging. Ja, wenn man es nicht weiß – dann weiß man es eben nicht 😉

Marokko Wüstentour

Zum Sonnenuntergang machten wir uns also auf den Weg über die Dünen. Vorbei an den Rheumakranken, die entweder mit den Füßen oder dem ganzen Körper im Sand steckten. Ja, das ist eine Therapie gegen Rheuma. Und ausserdem wird dort Kamelmilch als Medizin und auch Rheuma-Massagen von starken Männern angeboten. Naja, ob das alles so hilft – ich bin ein bisserl skeptisch.

Mit langsamen aber steten Vor- und Rückbewegungen reiteten wir nun auf unseren Wüstenschiffen an einen Ort irgendwo in den Sanddünen. Der Himmel war etwas bedeckt, so gab es leider keine kitschigen Sonnenuntergangsfotos, das war aber nicht schlimm – denn ansonsten hätte uns die heiße Sonne auf den Rücken gebrannt. Think positive.

Marokko Wüstentour

Fatima Tajine & Fatima Cous-Cous in der Wüste

Die ersten 1,5 Stunden auf den Kamel waren lustig. Wir waren beeindruckt von der schönen Landschaft und der Stille. Wir wunderten uns über Frauen, die laufend an uns vorbei joggten und beobachteten andere Mini-Karawanen bei ihrer Wüstentour. Unser Kamelguide Achmet war uns ein treuer Fotograf und setzte uns immer wieder gekonnt in Szene. Er gab uns zu Beginn gleich Spitznamen und so war Elfi ab nun an “Fatima Tajine” und ich hörte auf “Fatima Cous-Cous”, tja und wie unsere Kamele geheißen haben weiß ich jetzt leider nicht mehr. Er zog uns immer damit auf, wenn wir uns die Namen unserer Tiere nicht merken können, dann würde er uns weiter führen bis nach Algerien. Die Namen waren wirklich unaussprechlich 😉 aber es war lustig.

Doch die Reiterei war wirklich lange. Diesmal sah meine Begleitung Elfi eine Fata Morgana. “Meli, da hinten ist eine Fahne – wir sind bald da!” Doch die Fahne ist nie aufgetaucht. Endlich, kamen wir nach 3 Stunden im Wüstencamp an. Erschöpft, und ahnend dass morgen ein mächtiger Muskelkater uns an den heutigen Kamelritt erinnern wird. Die letzten Schritte in unser Zeltdorf machten wir zu Fuß. Und völlig erschöpft ließen wir uns in unserem schönen Zelt-Schlafzimmer nieder. Erstmal trinken. So ein Durst!

Eindrücke aus dem Wüstencamp

Die Zelte sind wirklich überraschend super ausgestattet, mit echten Betten und alles was man zum Übernachten braucht. Sogar eine Toilette zum Sitzen gibt es. Das Wasser dafür musst du halt schöpfen, aber das ist ja kein Problem. Nachdem wir uns ein bisschen erholt hatten von der Wüstentour mit unseren Kamelen, gab es auf der langen Tafel, die mitten im Camp stand, ein leckeres Abendessen. Marokkanischen Salat mit Reis und dann noch eine leckere Gemüsetajine, wir haben leider kein Fleisch bekommen, warum weiß ich nicht. Aber unsere Nachbarn wollten anscheinend nicht mit uns teilen. Komisch. Zur Nachspeise gab es Berge von Melonen. Lecker.

Dann begann die Abendunterhaltung. Die jungen Burschen des Camps holten ihre Trommeln raus und los ging der Wüstenzauber. Auch unser Guide Moha nahm die Trommel in die Hand und stimmte in die meditativen Klänge ein – lautstark wurde gesungen. Es war einfach toll. Unsere Nachbargäste haben dann auch getrommelt, ja sie konnten das wirklich und sind radschlagend durchs Camp gehüpft. Ja, jeder wie er mag 😉 ich war froh, dass uns Moha ein paar Dosen Bier besorgt und so genoß ich den Abend in gemütlicher Manier. Geschlafen haben wir in dieser Nacht nicht im Zelt, sondern direkt unter den Sternen – also unterm Himmelszelt. So schön. Weil in den Zelten war es einfach zu heiß.

Guten Morgen liebe Wüste

Und wenn du dann am Morgen die Augen auftust und du auf die Dünen blickst, dann geht dir das Herz auf. Mir ging’s zumindest so. Während die anderen noch schliefen, bin ich die Dünen hinauf geklettert und hab mich umgesehen. Wahnsinn, wieviele Spuren du im Sand sehen kannst. Von Vögeln, Käfern und wahrscheinlich auch Skorpionen.

Marokko WüstentourMarokko Wüstentour Marokko Wüstentour

Das Licht ist so ein ganz anderes am Morgen und die Stille, immer wieder diese Stille die mich regelrecht betört. Der Sand schluckt einfach alles, auch die schlechten Gedanken. Endlich habe ich meine Marokko Wüstentour erlebt! Ich kam irgendwie zur Ruhe hier draussen und war einfach glücklich. Total zersaust aber glücklich, wie man sieht 😉

Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine Sanddüne. Man sieht nichts. Man hört nichts. Und währenddessen strahlt etwas in der Stille. (Antoine de Saint-Exupéry)

Schön langsam wurde auch der Rest des Camps munter, und bald brachen wir wieder auf in Richtung Et Taous, diesmal mit dem Auto, worüber wir sehr froh waren. Auf der Rückfahrt gab’s einen ungewöhnlichen, wenn auch leckeren Snack: Gesalzene Mandeln und frische Kamelmilch (!). Nach einer erfrischenden Dusche gab es noch ein leckeres Frühstück und dann bezogen wir unsere nächste Herberge – das Hotel Riad Ali. Moha gab uns noch einige Tipps, was wir tagsüber unternehmen könnten – aber wir waren fix und fertig und genossen einen entspannten Tag am Pool unseres Wüstenhotels.



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Rissani Markt – lokaler Souk

Frisch erholt ging’s am nächsten Tag auf eine besondere Attraktion in der südlichen Region um Merzouga, nämlich zum Rissani Markt. Der Markt versorgt diese Region jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag mit frischen Lebensmitteln, Alltagsgegenständen und Tieren. Es gibt dort nämlich auch einen Ziegen, Schafe sowie einen Eselmarkt. Dieser Souk ist auf alle Fälle sehr authentisch und hat mir viel besser gefallen als der in Marrakech, wahrscheinlich weil es ein lokaler Markt ist und kaum Touristen dort waren – ein MUST SEE während deiner Marokko Wüstentour.

Zur Stärkung gab es dann ein ganz besonderes Gericht – nämlich eine Berberpizza. Sie ist eine Spezialität der Region um Rissani und Merzouga. Die Berberpizza heißt eigentlich Medfouna, was soviel bedeutet wie “begraben”. Begraben sind die Zutaten im Inneren des Brotteigs, nämlich Fleisch, Gemüse, Kräuter und Gewürze. Es werden dabei zwei Fladen aufeinander gelegt, gefüllt und die Ränder mit Wasser verstrichen. Ursprünglich wird die Berberpizza in einer Sandgrube gebacken, im Restaurant aber doch im Ofen. Ein wirklich tolles Gericht, dass uns allen sehr geschmeckt hat.

Ziz Valley und Ksar Ouled Amira in Aoufous

Zu einer echten Marokko Wüstentour gehört auch der Besuch einer Oase. Am Nachmittag haben wir dann einen Abstecher in das Ziz Valley gemacht, eine Oase mit schönen Kasbahs und Ksars. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kasbah und Ksar? Beides sind ein Art befestigtes Dorf. Während eine Kasbah unter einer Familienobhut steht, teilen sich eine Ksar mehrere Familien.

Was mich besonders gefreut hat, war, dass uns Moha zu einem Freund gebracht hat. Er hat uns in sein Haus zu Tee und Gebäck eingeladen und uns danach die wunderschöne Ksar Ouled Amira gezeigt, in der er selbst aufgewachsen ist. Die Bilder zeugen von der Einfachheit der Lebensweise, die vor einigen Jahren noch Realität im Süden von Marokko war. Wenn ich solche Dinge sehe, muss ich unweigerlich auch an die alte Zeit bei uns denken, wo Rauchküchen und dergleichen ja auch noch Gang und Gäbe waren, aber das ist wohl bei uns schon viel länger nicht mehr Realität, als hier im Süden von Marokko.

Auf dem Weg dorthin, sind wir auch noch an Erfoud vorbei gekommen – eine Region in Marokko, die bekannt ist für ihre Fossilien-Vorkommen.

Aid Ben Haddou & Gorge de Toudra

Die Zeit in der Wüstenregion um Merzouga neigte sich langsam dem Ende zu und wir sind am nächsten Tag aufgebrochen in Richtung Marrakech. Aber ein paar schöne Zwischenstops hatten wir noch. Bevor wir unsere nächste Unterkunft im Dades Valley anfahren, machten wir noch einen Stop bei Aid Ben Haddou, wo Games of Thrones oder Gladiator gedreht wurde und erfrischten uns in der Schlucht von Toudra (Gorge de Toudra) bei Tinghir.

Aid Ben Haddou

Gorge de Toudra

Dades Valley

Wie mir schon in Gorge de Toudra aufgefallen ist, trugen dort die Frauen über ihren Gewändern eine Art weißen Schleier. Moha erklärte uns, dass dies eine regionale Tracht der Frauen dieser Region sei, und dass ich im Dadestal darauf achten soll, wie hier die Damen gekleidet sind. Und ja, im Dades Valley trugen die Frauen dann schwarze Schleier über ihre Bunten Kleider. Interessant.

Wir waren sehr glücklich, dass wir im Dades Valley wieder in einem Hotel von Hossein übernachten konnten und zwar im Hotel Ksar Sultan Dades, einen genaueren Bericht darüber gibt’s hier. Ein wunderschöner Ort und ein exzellentes Hotel – dass besonders auf deinem Weg von der Wüste nach Marrakech perfekt gelegen ist. Nach einer wunderbar erholsamen Nacht im Dades Valley sind wir am nächsten Tag in Richtung Marrakech aufgebrochen. Es sollte noch ein aufregender Tag werden.

Wir waren in einem Salzbergwerk im Hohen Atlas

Moha wählte für uns eine alternative Route um über den Hohen Atlas zu fahren. Ein herrlicher Weg mit vielen Kasbahs und einer sehr lässigen Überraschung. Denn auf einmal verließen wir die befestigte Straße, und fuhren über Schotter und Steine entlang einer weißen Linie, die neben dem Auto herlief. Was ist denn das? Salz! Ich war schon ganz ungeduldig und wollte aussteigen um das salzige Gestein zu schmecken. Doch Moha hieß mich etwas Geduld zu haben. Okay, nicht gerade meine Stärke, aber naja. Schließlich hielten wir an einer kleinen Hütte und am nah gelegenen Berg tat sich ein schmales, niederes Tor auf. Wir waren in einem Salzbergwerk. Moha sprach kurz mit dem Arbeiter und wir bekamen eine kleine Führung in den Stollen hinein. Sehr spannend, wie hier wirklich alles von Hand bearbeitet wird.

Kasbah de Telouet

Ein weiterer toller Halt während unserer Marokko Wüstentour war in Telouet bei der Kasbah de Telouet des Pacha el Glaoui. Für 20 Dirham kannst du dir die alten Gemäuer anschauen, und die waren wirklich spektakulär. Die Räume im oberen Bereich der Kasbah sind atemberaubend schön. Die herrlichen Wanddekorationen und Holzverzierungen sowie die prunkvollen Mosaikräume sind sehr gut erhalten und zeugen von der damaligen Opulenz und können es mit der ein oder anderen Sehenswürdigkeit in Marrakech durchaus aufnehmen. Und wir waren alleine hier drinnen, nicht mit hunderten anderen Touristen! Super. Das wäre eine perfekte Location für einen Fotoworkshop, weil das Licht so unterschiedlich in den verschiedenen Räumen ist, das fand ich echt spannend.

Über den Hohen Atlas nach Marrakech

Der Tizi n’Tichka-Pass liegt auf einer Höhe von 2.260 Meter. Nun geht’s also wieder abwärts für uns gen Marrakech. Denn eine jede Marokko Wüstentour nähert sich mal dem Ende zu, so auch unsere. Nach einem kleinen Stop in einer Arganöl Cooperative sind wir dann gegen Abend in der roten Stadt angekommen.

So wird Arganöl erzeugt

Das Arganöl ist das kostbarste und auch teuerste Öl, das es zu kaufen gibt. Der Arganbaum gedeiht nur in Marokko. Es gibt Arganöl für die kosmetische Verwendung und zum Verzehr (1. Bild: links geröstet für Verzeht, rechts unbehandelt für Kosmetik) Wie das Arganöl in mühevoller Handarbeit erzeugt wird kannst du hier sehen.

Was wir dort ausser dem Jardin Majorelle und dem neuen Yves Saint Laurent Museum noch alles erlebt haben, gibt’s in einem eigenen Marrakech Beitrag nachzulesen. Den Weg den wir genommen haben, nehmen wohl viele in umgekehrter Form. Weil sie von Marrakech in die Wüste wollen um dort eine Wüstentour mit Kamelen und einer Nacht in den Dünen erleben wollen. Doch ist das so ratsam?

Jardin Majorelle
Der wunderschöne Jardin Majorelle
Das lebendige Marrakech
Das lebendige Marrakech

Du möchtest von Marrakech eine Wüstentour machen?

Ja, das ist natürlich möglich, aber du solltest dafür mindestens 3 Tage einplanen – um deine Marrakech Wüstentour auch wirklich genießen zu können. Denn allein die Fahrt von Marrakech nach Merzouga beträgt knapp 600 km und du wirst dabei, wenn du an einem Stück durchfährst bis zu 10 Stunden im Auto sitzen, wohl eher mehr. Die Straßen in Marokko sind nicht mit denen in Europa zu vergleichen, es gibt viele Polizeikontrollen, du musst über den Hohen Atlas und auch der Fahrer braucht mal eine Pause. Die Strapazen für nur 1 Nacht in der Wüste sind zu groß, weil du am nächsten Tag auch ziemlich geschlaucht sein wirst von dem langen Kamelritt. Also nimm dir einfach ein bisschen mehr Zeit, dafür hast du den vollen Genuss für deine Wüstentour ab Marrakech.

Marokko Wüstentour

Tipps & Infos für deine Marokko Wüstentour

  • Immer genug Wasservorrat dabei haben, eine Isolierung für die Flasche ist auch nicht schlecht.
  • Bring Süßigkeiten für den Fahrer mit, da sammelst du Plus-Punkte 😉
  • Für Internet SIM Karte in Marokko kaufen (6 EUR/5 GB).
  • Es ist heiß in Marokko im Sommer, mein Handy ist ein paar Mal überhitzt.
  • Im Sommer wird es in der Wüste nicht kalt in der Nacht, du kannst deine Pullis zuhause lassen.
  • Probier heimisches Essen. Ich hab Kamel und Ziege gegessen u. sogar Kamelmilch getrunken.
  • In den Wüsten-Hotels gibt es keinen Alkohol, gegen ein Trinkgeld wird dir aber Bier besorgt.
  • 3 Stunden auf dem Kamel sind lange, alternativ kannst du mit dem Jeep ins Wüstencamp fahren.
  • Sei höflich und sag schön Bitte und Danke, das kommt gut bei den Einheimischen an.
  • Schau, dass du immer ein paar Münzen parat hast für Trinkgeld, Fotospenden usw.
  • Während unserer Marokko Wüstentour haben wir circa 1.400 km zurück gelegt, beachtlich!
  • Die Idee von Marrakech aus schnell eine Wüstentour zu machen ist unrealistisch.

Eine Marokko Wüstentour ist einfach unvergesslich!