Kim und Struppi Nordkorea

Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea + Gewinnspiel

Buchtipp: Kim & Struppi

Also mal ehrlich. Wer würde gern Urlaub in Nordkorea machen? Einem kommunistischen Land, in dem die Einwohner eingesperrt und die Welt ausgesperrt wird. Aber weil ich Reisebücher in jeder Form liebe, fand ich zumindest die Idee interessant, diesen Reiseroman zu lesen.

Und weil mir das Buch so gefallen hat, verlose ich unter allen Kommentaren, die bis Mittwoch, den 13.08.2014 verfasst werden hier mein Exemplar. (Bitte um Verständnis, das ich nur an österreichische Postadressen verschicken kann).

Inhalt

Das Buch erzählt die Geschichte des TV-Autors Christian Eisert und seiner Begleiterin Sandra Schäfer – auf ihrer Reise durch das nördliche Korea. Die Planung fängt bereits damit ein, die Lebensläufe der beiden nordkoreatauglich zu machen. Eigentlich heißt die Journalistin Than und ist vietnamesischer Herkunft. Doch für die Reise nach Nordkorea hat sie ihren Namen geändert. Darüber hinaus haben beide ihre Biografien überarbeitet um nicht als Journalisten aufzufliegen – denn Fernsehleute und Journalisten sind keine beliebten Gäste in Nordkorea.

Zentrales Motiv für die Reise nach Nordkorea ist ein Erlebnis in der Kindheit des Autors. Er wuchs im Osten von Berlin auf. Die DDR Schule empfing seinerzeit eine Delegation aus Nordkorea. Dort erfährt der junge Eisert, dass Kim Il-sung für die Kinder Nordkoreas eine riesengroße Regenbogenwasserrutsche gebaut hat. Dieses farbenfrohe Bild prägt sich so in den Gedanken des Autors ein, dass er noch über 20 Jahre später den Wunsch hegt, die Wasserrutsche mit eigenen Augen zu sehen. Schließlich begibt er sich auf die Suche nach diesem Kindheitstraum – und die Reise nach Nordkorea nimmt seinen Lauf.

Doch bereits bei der Einreise wird Than das Smartphone abgenommen, dass sie auch nur wieder retour bekommt, weil Christian und Than ihre Ausreise von Nordkorea über Peking geplant haben.

In Pjöngjang angekommen werden die Reisenden mit einem Land konfrontiert, dass fremder nicht sein kann. Überwachungsdruck und der Besitz von Atombomben schüren eine immerwährende Angst in der Bevölkerung. Riesige Straßen, auf denen fast keine Autos fahren, dafür umso mehr Fahrräder, sowie die mangelnde Wasserversorgung für den Großteil des Volkes lassen auf eine ungleiche Geldverteilung in der Bevölkerung schließen. Die Abschottung der Einheimischen von den Touristen sowie der besonders befremdlich wirkende Personenkult rund um die Führer-Familie der Kims zeigen propagandaartig, wer hier sagt wo es lang geht.

Während ihrer Reise durch Nordkorea werden die beiden von ihren Travelguides Chung und Rym begleitet. Eine straff durchgeplante Besichtigungstour folgt:

Individualreisen sind in Nordkorea nicht nur ungern gesehen, sondern schlichtweg nicht erlaubt. Während ihrer geführten Tour werden den beiden nur Dinge „gezeigt“ die Nordkorea in einem tollen Licht darstellen. Triumphbogen, Geschenkpaläste, Denkmäler u.v.m. stehen auf dem Reiseplan der deutschen Urlauber. Und fotografiert darf auch nur das werden, das ausdrücklich erlaubt ist. Der Reisebericht zeigt, im Gegensatz zur medialen Berichterstattung, ein Nordkorea aus einer sehr individuellen Sicht. Ein persönlicher Eindruck über die Menschen, mit denen man als „embedded traveller“ in Nordkorea in Berührung kommt.

Nordkorea vs. DDR

Eisert kommentiert in Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea immer wieder Gemeinsamkeiten mit dem Leben in der DDR, in der er aufgewachsen ist. Das nervt seine Reisebegleitung enorm. Die Reise der ungleichen Deutschen erfolgt alles andere als harmonisch. Denn Christian und Than sind sehr unterschiedlich. Eisert ist Mitte 30, Antialkoholiker, Kaffeeverweigerer und Nichtraucher. Than geht auf die 50 zu und braucht am Morgen erstmal Kaffee und Zigaretten um überhaupt in die Gänge zu kommen. Beim Temperament verhält es sich ähnlich.

Triumphbogen Nordkorea

Mein persönliches Fazit:

Ich finde Kim und Struppi – Ferien in Nordkorea ist ein kurzweiliger Reiseroman, dessen Zweck es nicht ist, überkritisch Wetter gegen Nordkorea zu machen. Es wird aber durchaus faktisch aufgezeigt was dort falsch läuft. Aber eben auch, dass die Menschen dort, trotz des totalitären Systems eine gewisse Zufriedenheit leben – weil sie es eben nicht anders kennen. Ich weiß, das klingt jetzt schlimm, aber so empfand ich es beim Lesen des Buches eben. Mein Eindruck ist, dass der Autor Christian Eisert die objektive, beschreibende Stimme ist, die das Land darstellt und immer wieder Parallelen zur ehemaligen DDR findet. Seine Kindheit dort war ja nicht auch nur schlecht. Deshalb verfällt er des Öfteren in nostalgisches Schwärmen. Than wiederum verkörpert meiner Meinung nach die westliche Stimme so nach dem Motto „das kannst du jetzt aber nicht wirklich toll finden – schau mal genau hin!“

Kim und Struppi – Ferien in Nordkorea ist ein persönlicher Reisebericht, mit ein wenig Satire. Ich weiß nicht viel über Nordkorea, gerade deshalb finde ich die Fakten über Politik und Wirtschaft, so wie seine eigenen Gedanken zum System und den Vergleichen mit der ehemaligen DDR sehr bereichernd für das Buch.

Ich habe einiges über Nordkorea erfahren, das ich noch nicht wusste. Aber eines muss ich auch ernsthaft gestehen: Ferien in Nordkorea kommen für mich nicht in Frage.

Gewinnspiel: “Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea” gewinnen.

Alle Kommentare mit österreichischer Postadresse, die bis Mittwoch, den 13.08.2014 für dieses Blog-Posting abgegeben werden, nehmen an der Verlosung von Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea teil. Die Gewinnverständigung erfolgt über eine E-Mail Nachricht. Nach Angabe der österreichischen Postadresse, wird das Exemplar an den Gewinner/die Gewinnerin verschickt.

Vielen Dank für eure Teilnahme!

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