Montenegro Urlaub

Mit dem Rucksack quer durch Montenegro

[Gastbeitrag] Heute gibt’s wieder mal einen Gastbeitrag für euch. Sarah von Kleinersieben.de erzählt euch von ihrem Montenegro Urlaub. Ein Land, das ich selbst noch nicht kenne. Als passionierte Minimalistin schafft sie es auch mit wenig Gepäck zu reisen und zeigt euch somit auch eine andere Art zu reisen.


„Montenegro?“, mit fragenden Augen wurden wir angeschaut, als wir erzählten, welches Land als nächstes auf unserer Reisetour stand. Montenegro, ein Land von dem ich selbst noch nie viel gehört hatte. Doch zuerst mal für alle, die es nicht wissen:

Wo liegt Montenegro genau?

Montenegro ist ein relativ kleines Land an der Mittelmeerküste, welches bis 2006 noch zu Serbien gehört hatte. Montenegro hat fast 90 Jahre zu Jugoslawien gehört und grenzt im Nordwesten an Kroatien, Bosnien und Herzegowina und im Nordosten an Serbien, im Südosten an den Kosovo und im Süden an Albanien. Seit 2006 ist das kleine Mittelmeerland, mit der Hauptstadt Podgorica, unabhängig und der Tourismus baut sich vor allem in der Küstenregion laufend auf.

Zugfahrt mitten durch Montenegro

Montenegro! Ja, genau, da wollten wir hin. Unsere erste Etappe sollte mit dem Zug erfolgen. Von Belgrad/Serbien quer durch Montenegro bis ganz in den Süden an die Küste nach Bar. Davon abgesehen, dass die geplanten 12 Stunden Zugfahrt bei unserer Ankunft längst überschritten waren, war es die wohl schönste Zugstrecke in meinem Leben.

Nachdem wir die Grenzen nach Montenegro passiert hatten wurde aus Hügeln Berge, aus Täler Schluchten- und wir zwischendrin. Bei untergehender Sonne. Es war eine wirklich atemberaubende Landschaft mitten durch das Dinarische Gebirge, über die höchste Eisenbahnbrücke Europas, dem Mala-Rijeka-Viadukt (knapp 500m lang und 198m hoch). Allein deswegen würde sich ein Urlaub in Montenegro bereits lohnen.

Zugfahrt durch das Dinarische Gebirge
Zugfahrt durch das Dinarische Gebirge

„Bar“ die Stadt an der Küste von Montenegro

Vielleicht sollte man vorweg sagen, dass die gesamte Region 1979 einem großen Erdbeben zum Opfer gefallen ist. Dies ist oftmals nicht mehr zu sehen, hatte aber gerade in der Hafenstadt Bar enorme Auswirkungen. Denn die damalige Stadt Bar wurde aufgegeben und näher an der Küste wieder aufgebaut. Dafür ist ein Besuch in der Altstadt (genannt: Stari Bar) nun umso lohnenswerter.

Viele Gebäude wurden restauriert, die Ruinen für Besucher zugänglich gemacht. Die Besichtigung der alten Mauern und teils wieder aufgebauten Gebäuden der alten Festung und Stadt sind beeindruckend. Ein großes Gebiet, jede Menge Geschichte mit Ausgrabungen aus dem 15. Und 16. Jahrhundert. Und wenn man hoch oben steht, auf den alten Mauern, dann kann man tatsächlich über die ganze Altstadt bis zum Mittelmeer blicken.

Die Küstenstadt Bar in Montenegro
Die Küstenstadt Bar in Montenegro

Aber auch das „neue“ Bar hat seine Vorzüge: den Hafen mit protzenden Schiffen und herrlicher Unterwasserlandschaft und der Kiesstrand der malerisch von den Bergen eingerahmt wird. Dazu blühende Landschaft, Obstbäume in jedem Garten. Ein absolutes Naturparadies. Zwischen den beiden Stadtteilen riesige Olivenhaine und Bäche voller Frösche, Libellen und Enten.


Wir waren mehrfach am wenig besuchten Kiesstrand im Juni schon herrlich warmen Wasser baden. Denn Bar wird in kaum einem Urlaubsführer oder einem Reisebüro erwähnt. Zu unrecht. Gerade weil hier noch nicht jedes Fleckchen Wald und Berg zugebaut ist mit großen Hotels, ist es der perfekte Ort zum Erholen. Zum Genießen der Landschaft.

Und was gibt es schöneres im Meer zu schwimmen und von da aus die bewachsenen Berge zu sehen?

Baden am Strand von Bar in Montenegro
Baden am Strand von Bar in Montenegro

Das malerische Budva: Ein Paradies für Touristen

Mit dem Bus sind wir dann von Bar nach Budva gefahren. Das Busnetz funktioniert in Montenegro echt gut, gerade der Transport von Küstenort zu Küstenort stellt kein Problem dar und ist sehr preiswert. Die Taxis sind zwar auch im Vergleich zu Deutschland sehr günstig, doch oft noch teurer als der Bus eben.

Vor Budva haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Sveti Stefan gemacht. Die Aussicht von oben auf die Insel und die Häuser ist einfach nur schön. Durch die kleinen Gassen sind wir bis nach unten an den Strand gelaufen. Super sauberer Strand und klares Wasser. Ein kleines Paradies. Die kleine Insel, ein früheres Fischerdorf, besteht mittlerweile aus einem Luxushotel. Selbst das Betreten der Insel kostet Eintritt. Doch der kurze Stop hat sich schon allein wegen der Aussicht gelohnt.

Budva Montenegro
Budva, einfach ein Paradies!

Ausflug auf die Insel Sveti Nikola: Das Hawaii von Montenegro

Budva hat eine wunderschöne kleine Altstadt und eine Promenade mit jeder Menge Attraktionen. Hier findet man jede Menge Badetouristen. Von hier aus kann man wunderbare Bootstouren zur Insel Sveti Nikola machen (von den Leuten liebevoll „Hawaii“ genannt) und dort wandern gehen. Wenn man bereits in Budva ist und auch mal einen anderen Strand sehen möchte, kann man unproblematisch mit dem Bus zum Jaz Strand fahren und einen tollen Tag am Meer genießen.

Die Altstadt von Budva mit ihrem Hafen ist einfach sehenswert. Spazieren durch die kleinen Gassen, Restaurants entdecken und sich an den Häuserfassaden erfreuen. Es ist wirklich richtig schön. Wenn man nicht sein gesamtes Urlaubsbudget in Essen investieren möchte, kann man sehr gut auch an der Promenade entlang gehen und dort Burger, Pizza, Pommes und Co für einen kleinen Preis bekommen. Doch gerade am Abend kommt hier noch mal Leben an die Promenade. Da kann man gut, mit einer Kugel Eis in der Hand, den Abend ausklingen lassen.

Die Bucht von Kotor

Weiter nördlich geht es mit dem Bus nach Kotor. Einer Stadt voller Katzen und, das wollte ich nicht glauben, einem Katzenmuseum.

Kotor Montenegro
In Kotor gibt’s sogar ein Katzenmuseum!

Kotor liegt im Tal, von Bergen umgeben, an der südöstlichsten Ausdehnung der gleichnamigen Bucht. Die malerische Altstadt mit der circa 4,5 km langen Stadtmauer, die weiter an den Berg hinaufführt ist mehr als nur sehenswert. Von eben dieser Mauer auf dem Berg, bei der alten Festung der Stadt hat man einem wundervollen Blick über Hafen, Altstadt und die einfallenden Bucht.

Für den Aufstieg sollte man frühe Morgenstunden oder eben die späten Abendstunden wählen, denn der Sonne ist man über einige hundert Stufen ausgeliefert. Doch für den Anblick dieser Landschaft lohnt sich jede einzelne Stufe. Nicht umsonst steht Kotor seit 1979 auf der Liste von UNESCO Welterbe.

Kotor Montenegro
Kotor gehört zum UNESCO Weltkulturerbe

Auch empfiehlt es sich von Kotor aus Touren durch die Bucht oder ins Landesinnere hin zu Nationalparks und teils gigantischen Ausblicken zu wagen. Beispielsweise in den Norden Montenegros hin zur Tara Schlucht (dem tiefsten Canyon Europas) oder einen Besuch ins Lovcen Gebirge mit der Besichtigung des Njegos-Mausoleum (und dazu kommt eine 360° Aussicht).

Fahrt nach Montenegro, mich hat das Land einfach begeistert!

Ohne Frage, die Küste von Montenegro hat mich tief beeindruckt. Mich begeistert. Und am liebsten würde ich alle überreden hier ihren Urlaub, ihre Reise zu verbringen. Ich werde auf jeden Fall wieder kommen, um noch mehr von diesem wunderschönen Land zu sehen und zu entdecken. Wenn ihr mehr von meinen Reisen sehen möchtet, dann könnt ihr mich gerne auf Instagram begleiten.

Liebe Grüße

Sarah

3 Comments

  1. Was für eine atemberaubende Landschaft! Ist das eigentlich gefährlich dort als Rucksack-Tourist? Habe da immer etwas Bedenken, da das Land relativ arm ist.

  2. Hallo Sarah Daumen hoch ein toller Beitrag! Hey Melanie, was ein Zufall.
    Wir präsentieren bei uns auch seit ein paar Monaten Montenegro als Geheimtipp zum Angeln. Unsere Reisen gehen ebenfalls in die Region rund um den Fluss Tara. Am Meer bieten wir Skipper in Budva und Ulcinj. Es freut uns sehr das Sarah auch so sehr von Montenegro genossen hat. Liebe Grüße das Team von Angelurlaub Tipps | Marco Solar.

    • Hey Marco, schön von dir zu hören!
      Ja Fischen kann man wohl überall! Das ist ja das tolle daran, vor allem haben Montenegro noch nicht so viele auf dem Radar, oder doch? LG, Meli

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