Travelers Century Club: “Ultra Traveller” Erich Winauer war in mehr als 130 Ländern

Travelers Century Club: “Ultra Traveller” Erich Winauer war in mehr als 130 Ländern

[Gastbeitrag] Winauer ist Vielreisender. Sehr-Vielreisender. Ultra Traveller wie manche es nennen. Er hat zwar sein Hobby Reisen nicht zum Beruf gemacht, jedoch zur Berufung. Winauer war bereits in Ländern und Gegenden, von denen die meisten noch niemals gehört haben, noch weniger werden sie jemals dort hinkommen. Seine Leidenschaft führte ihn in unzählige Erdteile, die Ausbeute kann sich auch mehr als sehen lassen.

Erich Winauer, Hobby: Reisender.

Ach, nichts außergewöhnliches. Denkst du!

Nicht so bei Erich Winauer. Er war in mehr als 130 Ländern, seit 24. Oktober 2015 hat er exakt 200 Territorien bereist. Territorien? Neben den 193 von der UNO anerkannten Staaten gibt es viele so genannte „Territorien“, welche mehr oder weniger einen Status der Unabhängigkeit haben. Der Travelers Century Club listet derer 324 Stück. Wie z.B. die Kanalinseln, die ausschließlich der englischen Krone unterstellt sind, weder zum Vereinten Königreich gehören, noch zur EU. Oder die Åland – Inseln zwischen Schweden und Finnland, welche durch die turbulenten Zeiten nach dem 1. Weltkrieg einen weitgehend autonomen Status erhielten und auch behielten.

Was ist der Travelers Century Club?

Der Travelers Century Club ist eine private Vereinigung, Aufnahmebedingung: mindestens 100 Länder oder gelistete Territorien muss man besucht haben. Mit Beweisen natürlich. Üblicherweise Stempel oder auch Boardingpässe. Wer dies vorweisen kann, darf sich dann zum illustren Kreise von derzeit etwa 4.000 Mitgliedern weltweit zählen, die dazu gehören. Darunter fünf Österreicher, einer davon Erich Winauer.

Winauer war seit seinem 19. Lebensjahr insgesamt mehr als 900 Tage lang nicht in Österreich. Dies ist auch, wie er selbst ausführt, keineswegs ein leichtes Unterfangen. Unzählige Abende sitzt er bis Mitternacht, um an Reisen zu tüfteln, um Informationen zu sammeln, günstige Angebote für Flüge zu suchen. Denn dieses Hobby ist aufwändig. Wer wie der Angestellte Winauer viel reisen will, muss viel wissen und suchen.

Mit Akribie wurde über die Jahre hinweg einen riesiger Wissensschatz über Länder, Gegenden, Fluglinien, Reisevermittler, Reiseveranstalter und natürlich über lohnende Ziele zusammengetragen. Eben die Erfahrung, die Expertise, die man erhält, wenn man etwas lange macht. Bei Winauer eben noch ein wenig darüber hinaus. Viele Reiseideen liegen bereits fertig in der Schublade oder sind bereits in Gedanken gespeichert und harren dem richtigen Flug, dem richtigen Angebot um verwirklicht zu werden.

osterinsel
Winauer besucht die Osterinseln
groenland
Auf der größten Insel der Welt: Grönland.
tchernobyl
Erich Winauer in Tchernobyl

Organisation ist dabei alles, denn wie alle anderen Angestellten hat auch Winauer nur begrenzt Urlaub und damit Zeit. Seinen Angaben zufolge verreist er üblicherweise bis zu 10 Mal im Jahr, davon 2 Mal länger mit 9 – 11 Tagen, der Rest sind Kurztrips über verlängerte Wochenenden. Wird die Reise angetreten ist diese durchgeplant um möglichst viel zu sehen, die Zeit zu nutzen.

Hier eine kleine Auflistung des passionierten Ultratravellers Erich Winauer

  • er absolvierte 600 einzelne Flüge
  • er ist mit 100 Fluglinien geflogen
  • landete auf 250 Flughäfen weltweit
  • er war auf 60 Schiffen
  • er überquerte 14 mal den Äquator in südlicher Richtung
  • und überschritt 2 mal den nördlichen Polarkreis
  • er hat alle 7 neuen Weltwunder besucht
  • und bereits 57 Weltwunder-Kandidaten (von 77)

Das bei so vielen Reisen nicht immer alles gut gehen kann ist selbstredend.

Auch Erich Winauer hatte schon unangenehme Erfahrungen gemacht. So z.B. in Rußland, als ihm und einigen anderen Österreichern auf offener Straße ein Gewehr an die Brust gehalten wurde und sie zum Einsteigen in einen anonymen Wagen ohne Erkennungszeichen oder Blaulicht gezwungen wurde. Als sie zum Verhör in ein dubioses Hinterzimmer gebracht wurden, sah Winauer seine letzte Stunde schlagen. Die Geldbörsen wurden gefilzt, 100 Euro wechselten gleich mal den Besitzer. Da entriss Winauer die Geldbörse mitsamt dem restlichen Geld und bot einen 50-Euro-Schein. Als dies keinen Eindruck machte bot er noch weitere 10 Euro an und die Sache war erledigt. Wie sich herausstellte war es russische Polizei. 160 Euro ärmer, dafür eine Erfahrung reicher erklärt Winauer: „Die Polizei musste damals in der Wirtschaftskrise von meist 50 Euro Lohn im Monat leben. So besserten sich die Beamten ihr karges Gehalt auf.“

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Erich Winauer in Chiang Mai
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Erich Winauer in Nordkorea

Winauer: “Die Welt ist ein großes Puzzle …”

Trotzdem überwiegen für Winauer die schönen Seiten, es braucht eben auch Mut für solch ein Hobby, wenn es auch Länder gibt, in die er nicht mehr unbedingt muss. Winauer versteht die Welt als großes Puzzle, das man selbst zusammenbaut um damit selbst zu verifizieren was Sache ist, viele Menschen kennenzulernen und natürlich Spaß zu haben. Langweilig ist ihm das Reisen bisher noch nicht geworden, er macht weiter so lange es ihm möglich ist. Seiner Berufung folgend …

Hast du Potential Mitglied des Travelers Century Club werden? Wieviele Länder hast du schon bereist?

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