Chefchaouen: Die blaue Stadt im Rif Gebirge

Chefchaouen: Die blaue Stadt im Rif Gebirge

Warum ist in Chefchaouen alles blau?

Da reist du quer durch Marokko. Siehst die Wüste, badest im Atlantik, überquerst das Atlas-Gebirge. Die Straßen schlängeln sich durch grüne Hügellandschaften. Die Städte leuchten in leichten Rosé und Ocker Tönen und auf einmal stehst du in Chafchaouen *BÄNG* und denkst – WTF? Warum ist hier nur alles blau?

Eine Versicherung für deine Seele?

Wikipedia sagt, dass die Farbe Blau angeblich gegen den Bösen Blick schützen soll. Doch was ist der Böse Blick?

Ein Volksglaube, den wir vor allem aus dem Orient kennen, besagt, dass durch den Blick eines Menschen, der über magische Kräfte verfügt, einem anderen Menschen Unheil ereilen kann.

Dieser Glaube ist auf der ganzen Welt verbreitet und war auch im Mittelalter in Europa gegenwärtig. Damals waren oft Frauen das Opfer dieser Verleumdung und wurden von der Gesellschaft ausgegrenzt. Ja im Iran glaubte man sogar daran, dass alle Frauen, die die Wechseljahre überschritten hatten den Bösen Blick inne hatten.

Die Geschichte von Chefchaouen wurde vom Einfluss vieler Kulturen geprägt, worunter neben Andalusiern und Amazigh Stämmen auch marokkanische Juden waren. Im Judentum, wird die Farbe BLAU als Symbol für Gott und Himmel angesehen, weshalb auch dieser Fakt als Erklärung für den Farbanstrich herangezogen werden kann.

Wer hat den Bösen Blick?

Besonders die geöffneten Augen von frisch Verstorbenen strömten die Angst vor dem Bösen Blick aus. Es wurde geglaubt, dass in ihren Augen noch gefährliche Lebensenergien vorhanden sind, die sich nach ihren nächsten Opfern umschauen, darum mussten die Augen der Verstorbenen so schnell wie möglich geschlossen werden.

Aber auch die Blicke von Menschen, die zur Hinrichtung geführt wurden, hatten den vermeintlich Bösen Blick in sich, weshalb man ihnen die Augen verband.

Sogar angesehen Berufsgruppen wie Geistliche, Gelehrte, Ärzte, Hebammen aber auch Prostituierten wurde der Böse Blick nachgesagt.

Alte Schriften besagen auch, dass dem kleinen Mann in den Augen, die Reflexion des eigenen Spiegelbildes, als übermächtig angesehen wurde – das Mysterium des Sehens an sich also.

Neid: Menschen, die häufig von Neid erfüllt sind sollen den Bösen Blick quasi einstudiert haben und durch eine schädliche Ausdünstung durch die Augen ausströmen.

Schlechte Gedanken: Allein durch böse Gedanken könne der Böse Blick einen anderen treffen. Solche Blicke sind voll Ablehnung, Hass, Wut und durchbohren einen förmlich.

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Woran glaubte den Bösen Blick identifizieren zu können?

  • rollende Augen
  • unruhiges und schnelles Zittern in den Augen
  • Schielende Augen
  • auffällige Augenfarben und unförmige Pupillen
  • alle Formen von Augenkrankheiten
  • große hervorstehende und kleine tiefliegende Augen
  • Augen mit verschiedener Farbe, Form und Größe
  • Einäugigkeit
  • zusammengewachsene Augenbrauen
  • körperliche Missbildungen
  • Vollbehaarung
  • magere Körper
  • schlaffe welke Haut
  • Menschen, die beim Gehen mit dem Kopf wackeln
  • struppige, ungekämmte, rote Haare
  • bärtige Frauen

So schützt du dich vor dem Bösen Blick

Neben unzähligen Sprichwörtern und Vermeidungssprüchen, die man nach dem vermeintlich erhaltenen Bösen Blick aussprechen soll gibt es „Glücksbringer“ die einen von vornherein davor beschützen sollen.

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  • Die Farbe Blau (Orient)
  • Das Auge der Fatima (Orient)
  • Silberringe mit einer Gravur gegen den Bösen Blick (Orient)
  • Hufeisen an den Eingangstüren und Stalltüren (Europa)
  • Rote Bänder, die Neugeborenen um das Handgelenk gebunden werden (Südamerika)
  • Spiegel an den Kleidungsstücken, weil diese den Blick zurückwerfen (Indien)

Wo waren wir nochmal gleich? Chefchaouen!

Okay, ich bin ein wenig abgedriftet. Es sollte eigentlich um die blaue Stadt Chefchaouen gehen. Chefchaouen, wird auch kurz Chaouen oder Xaouen genannt – und ist in ganz Marokko als „the blue city“ bekannt. Auf den ersten Blick siehst du nicht, dass die Stadt blau ist, erst wenn du in die steilen Gassen eintauchst, wirst du vom Blau-Flash gepackt. Die Skyline von Chefchaouen zählt laut Telegraph übrigens zu den schönsten der Welt und rankt neben Paris oder New York auf Platz 13 des Rankings.

For the ladies: Flaches Schuhwerk empfiehlt sich, weil die Gassen wirklich steil und die Steine echt rutschig sind! Ich möcht nicht wissen, wie man hier den Berg rauf und runter kommt, wenn es mal kräftig regnet – das ist sicher eine Mords-Rutschpartie!

Chefchaouen ist eine kleine Bergstadt, wo ich nicht viele oder eigentlich gar kein großes Hotel gesehen habe. Ich nehme mal an aus Platzgründen, hier geht es echt richtig eng runter. Auch die Häuser sind sehr schmal und mehr in die Höhe als in die Breite gebaut. Wir haben in einem kleinen B&B gewohnt, so bunt wie nur was – aber schön.

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Chefchaouen: Hippie Nostalgie im Rif Gebirge

Die kleine Stadt im Rif-Gebirge ist irgendwie ein magischer Ort. Hier kannst du dich von der Großstadt Hektik erholen und im nostalgischen Hippie-Flair gemütlich deinen Pfefferminztee und eine leckere Tajine genießen. Mir wurde geflüstert, dass Chefchaouen auch als „Kifferstädtchen“ bekannt ist. Vielleicht auch deswegen, der Beiname „blue city“ … vom blauen Rauch 😉 aber bitte, das soll jeder halten wie er möchte.

Warst du schon in Chefchaouen – der blauen Stadt im Norden von Marokko?

3 Comments

  1. Hallo Melanie,

    wir waren gerade erst vorletzte Woche für ein paar Tage in Chefchaouen und haben uns in der kleinen Medina umgeben von all den Baluschattierungen sehr wohl gefühlt. Es war das absolute Highlight unserer Marokko-Reise.

    Liebe Grüße
    Kathleen

    • Hi Kathleen, hab grad euren Instagram-Account und gleich euren Blog gecheckt ;-). Ihr habt sehr schöne Eindrücke aus Marokko mitgebracht und ja, Chefchaouen ist wirklich ein spezieller Ort.
      Liebe Grüße
      Meli

  2. WOW! Danke für diesen tollen Reisebericht! GLG aus Linz Martina von http://www.lifestylefabrik.at

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