Kapverden: No stress!

Kapverden: No stress!

Brrr! Schon wieder so kalt. Wie schön wären ein paar Tage Sommer, Sonne & Meer auf den Kapverden?

Auf den Kapverden scheint fast das ganze Jahr die Sonne. Feine, kilometerlange Sandstrände laden zum Baden ein und die Passatwinde machen besonders Sal zur beliebten Destination für Kite-Surfer. Die Inselgruppe war einst eine portugiesische Kolonie und ist seit 1975 ein unabhängiger Staat. Eine Mischung aus europäischen und afrikanischen Einflüssen brachte eine chillige, bunte –  kreolische Kultur hervor.

Das Nationalgetränk ist der Grouge (erinnert stark an den Brasilianischen Caipirinha), und auch sonst ließ mich das Temperament einiger Leute sowie die Kunstgegenstände eher an Brasilien, denn an Afrika denken. Aber das war vielleicht auch nur mein Eindruck.

Auf den Kapverden ticken die Uhren langsamer

Noch nicht vom Massentourismus heimgesucht kann ich den Sonnensuchenden im Winter die Kapverden wärmstens empfehlen. Wenn man nicht um den halben Globus fliegen möchte ist z.B. Sal nicht nur eine echte Alternative zu den zugepflasterten Kanaren und zum politisch instabilen Ägypten, sondern absolut eine Reise wert.

Kapverden – da will ich WIEDER hin!

Die kapverdischen Inseln liegen westlich vom afrikanischen Kontinent circa auf der Höhe des Senegal. Während unseres Fluges von München nach Sal hatten wir einen Zwischenstopp in Teneriffa. Dann ging es noch über 1500 km weiter gen Südwesten. Der Pilot informierte uns darüber, dass es von hier „nur“ mehr 2500 km nach Brasilien seien, also 2/3 der Strecke hätten wir schon hinter uns. Aber Stop! Jetzt nicht von Brasilien, Regenwald und Caipirinha träumen. Wir sind im Anflug die Kapverden Insel Sal.

Zum Inselarchipel der Kapverden gehören folgende Eilande:

  • San Anao, Sao Vincente, Sao Nicolau
  • Sal, Boavista
  • Santiago, Brava, Fogo, Maio

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Anfang Jänner:
Super günstige Reisezeit für die Kapverdischen Inseln.

Der Urlaub zu den Kapverden war alles andere als geplant, sondern eine absolut spontane Buchung im Reisebüro. Es war wieder mal Winter (Jänner 2007), es war wieder mal zu kalt und die Sehnsucht nach Sonne war wieder mal zu groß. Also, ab ins Reisebüro zum Last-Minute Angebote checken. Die nette Dame hatte nicht viel Auswahl. Dennoch fiel uns die Wahl zwischen Ägypten, Kanaren und Kapverden sichtlich leicht.

Für nur 770 EUR pro Person konnten wir für eine Woche im Riu Funana auf Sal einchecken, inkl. Flug & AI – und das mit Sonnengarantie!

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Kapverden: Ein weisser Punkt auf unserer Landkarte?

Was wussten wir über die Kapverden? Gar nichts. Ja okay, das es sie gibt – irgendwo da draussen im Atlantik. Das hatte einerseits den Vorteil, dass wir ganz gespannt auf die Abreise in dieses Inselarchipel warteten, aber auch – das wir nicht wussten, dass unsere Insel „Sal“ nicht dem typischen Bild der „Kapverden“ entspricht. Das grüne Kap bekamen wir auf Sal nämlich so gar nicht zu Gesicht, da es sich eher um eine niedere Insel handelt. Die üppige Bergwelt mit dem satten, grünen Hügeln findet man auf Sao Nicolau, Sao Vincente … besonders Brava ist für ihre üppige Blumenpracht bekannt.

Insel-Hopping: Mit dem Flugzeug die Kapverden erkunden.

Aber das sollte weiter kein Problem darstellen, da die kleinen Inseln relativ nah beieinander liegen und via Kleinflugzeugen auch für Tagestouristen erreichbar sind. Tja, da haben wir die Rechnung aber ohne Wirt gemacht. Kein Flug war mehr frei auf keine der Inseln. Wir wollten eigentlich die Insel Fogo besuchen und hatten den sehr teuren Ausflug (ca. 200 EUR/p.P.) in unserem Reisebudget eingeplant. Da wir uns mit einem reinen Badeurlaub nicht zufrieden geben wollten, machten wir uns auf die Suche nach Alternativen.

Wir klapperten alle Läden in Santa Maria ab, in der Hoffnung noch 2 freie Plätz in einer Maschine zu ergattern, doch – Fehlanzeige. Doch wie es der Zufall so wollte ergab sich eine tolle Alternative. Vor dem Hotel Morabeza lockte uns eine Tafel mit einer Werbung für Bootstransfere ins Hotel. Nach einem sehr netten und informativen Gespräch machten wir uns mit zwei Tickets nach Boavista wieder auf den Rückweg in unser Hotel. Geschafft! Wir sehen noch eine weitere kapverdische Insel. Und die Anreise sollte sehr aufregend werden.

Ahoi! In einer Nussschale raus auf hohe See.

Wir hatten kaum zu dritt Platz in diesem kleinen hölzernen Kahn. Doch wir mussten ja irgendwie rauskommen zu unserem Schiff, einem Trimaran (?!). Auf offenem Meer hieß es dann „Bitte umsteigen“ – naja, wer mich kennt, weiss, dass ich nicht zu den mutigsten Menschen gehöre. Mit zittrigen Knien hab ich dann das Manöver geschafft und  war sichtlich froh, wieder halbwegs festen Boden unter den Füßen zu haben. Die Überfahrt war toll. Wir sahen fliegende Fische und haben zwei nette Belgier kennen gelernt.

Was haben Belgier und Österreicher gemeinsam?

  • Wir fragten sie: Seid ihr aus Frankreich?
  • Sie antworteten: Nein, aus Belgien! #!@?!&$!
  • Sie fragten uns: Seid ihr aus Deutschland?
  • Wir antworteten: Nein aus Österreich! #!@?!&$!

Unser jeweils, gleichsprachiger großer Bruder beschert uns ein ähnliches Schicksal.

Boavista: Praia de Santa Monica – der schönste Strand der Kapverden.

Wie man auf den Fotos sehen kann ist Santa Monica Beach wirklich ein Naturereignis. Menschenleer, weit und breit keine Hotels – nur das Meer, die Brandung und du! Und das Meer hat hier echt Power. An entspanntes Schwimmen ist hier weniger zu denken, da es ziemliche Unterströmungen gab. Christians Brille ist diesen zum Verhängnis geworden und tummelt sich jetzt wohl am Grund des Atlantiks. Schön, dass wir diesen Traumstrand noch in diesem „Urzustand“ sehen konnten, denn aktuell gibt es bereits einige Bauvorhaben auf Boavista, und man spricht davon, dass sie in ein paar Jahren der touristischen Nachbarinsel Sal ernsthafte Konkurrenz machen soll.

Die Wüste auf Boavista: Deserto de Viana

Mit einem Pick-Up haben wir die Insel Boavista erkundet und einen Abstecher in die Wüste „Deserto de Viana“ gemacht. Eine rumpelige Fahrt durch kleine Dörfer, aber ein tolles Erlebnis. Auf der Rückfahrt haben wir dann eine Frau, die auf dem Weg zum Markt war mitgenommen. Mit einem Korb voller Fische hat sie sich zu uns auf die Ladefläche des Pick-Ups gesetzt und so tuckerten wir zurück.

Gastronomisches Highlight: Hummeressen auf Boavista

CIMG2480Die Fischgründe um die Kapverden sind reich an Meeresfrüchten. Vor allem Hummer werden hier gefischt und an die frühere Kolonialmacht Portugal exportiert.

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, diese Köstlichkeit zu probieren. Das Ambiente war einzigartig. Der Hummer ein Gedicht, und der Preis 8.50 EUR pro Person – ein Wahnsinn!

Na, denkst du das die Kapverden ein Urlaubsziel für dich wären?

2 Comments

  1. Weil es hier immer kälter wird, lese ich bevorzugt Reiseberichte aus warmen Gegenden 😉
    Dein Kapverden-Bericht kam mir da gerade recht. Danke vielmals!

    Jetzt ist es mir schon ein wenig wärmer. Noch ein Glas Glühwein, dann ist alles in Butter.

    Fast hätte ich es vergessen: Der Kapverden-Artikel ist gerade auf ReiseFreaks ReiseBlog publiziert worden:
    http://reisefreak.de/2014/09/27/gastbeitrag-kein-stress-auf-den-kapverden/

    • Vielen Dank für dein Kommentar, und das Teilen meines Kapverden-Artikels. Mir geht’s ja gerade ähnlich. Wir wollen nach Weihnachten weg und ich bin wieder mal auf der Suche nach was Neuem, das noch dazu leistbar ist, die Kapverden gehören da definitiv nicht mehr dazu. Wir hatten damals wirklich Glück. Aber mal schauen was sich so ergibt …

      LG, Meli

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